03.11.2005

Nachrichtenarchiv 04.11.2005 00:00 Mikis Theodorakis erhält Musikpreis 2005 der UNESCO

Die Auszeichnung gelte nicht nur einem herausragenden Musiker, sondern würdige auch die Bemühungen Theodorakis' um den Frieden und die Verständigung zwischen den Völkern, so die Jury. Theodorakis gilt als lebendige Geschichte Griechenlands. Er hat die Besatzungszeiten der Italiener und Deutschen überlebt, den dreijährigen Bürgerkrieg von 1946 sowie die spätere Militärdiktatur. Gefängnisaufenthalte, Verbannung und Hausarreste konnten Theodorakis nicht davon abhalten, seine regimekritischen Lieder zu veröffentlichen. Er schmuggelte sie ins Ausland, von wo aus sie per Kurzwelle nach Griechenland ausgestrahlt wurden. Als Griechenland und die Türkei Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts kurz vor Ausbruch eines Krieges standen, startete Theodorakis mit türkischen Intellektuellen eine griechisch-türkische Versöhnungsinitiative. Mit der Gründung der 1. Griechisch-Türkischen Freundschaftsgesellschaft setzte er einen Meilenstein in die Beziehungen der erbverfeindeten Völker. Neben mehr als 1000 Liedern schrieb Theodorakis Sinfonien, Kantaten, Filmmusiken, Ballette, fünf Opern und vertonte die großen klassischen Tragödien. Seine bekannteste Komposition ist die Musik zu dem Film "Alexis Sorbas". Heute Abend wird der 80-jährige in Aachen mit dem Musikpreis ausgezeichnet.