18.10.2005

Nachrichtenarchiv 19.10.2005 00:00 Zentrum für Türkeistudien beklagt Islamphobie in Europa

Zum 20-jährigen Bestehen des Zentrums für Türkeistudien ZfT in Essen beklagt dessen Direktor Faruk Sen eine zunehmende Abneigung gegen den Islam in der EU. In einem Interview sagte er, besonders seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sei eine "Islamphobie" zu beobachten. Er plädierte für mehr Forschungsarbeiten über den Islam. Objektive Daten könnten die Diskussion versachlichen. Als Erfolg des ZfT nannte Sen, dass die Deutschen heute viel mehr über die Einwanderer in ihrem Land wüssten als vor 20 Jahren. Erst durch Studien des Zentrums sei etwa die Wirtschaftskraft der Migranten bekannt geworden. In Zukunft sei es wichtig, die EU-Beitrittsverhandlungen wissenschaftlich zu begleiten. So habe das Zentrum errechnet, was die Vollmitgliedschaft der Türkei kosten würde. Im ZfT arbeiten 32 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Das Land NRW unterstützt die Einrichtung im Jahr mit 440.000 Euro. Hinzu kommen 1,5 Millionen Euro durch Forschungsprojekte. Heute Vormittag gibt es einen Jubiläumsfestakt im Düsseldorfer Landtag.