04.10.2005

Nachrichtenarchiv 05.10.2005 00:00 Sondierungen: Gespräch unter acht Augen am Donnerstag

Union und SPD haben bei ihrer dritten Sondierungsrunde vereinbart, zu einem weiteren Spitzengespräch zusammen zu kommen. Keine Fortschritte gab es allerdings in der Kanzlerfrage. Schon morgen Abend wollen sich die Spitzen von Union und SPD erneut zu einem Acht-Augen-Gespräch treffen. Dann soll die leidige Kanzlerfrage geklärt werden. Das ist eine überraschende Ankündigung, nachdem es noch heute Mittag Stimmen gab, die Sondierungsgespräche abzubrechen. Heute haben SPD und Union über Inhaltliches geredet. Dabei sei man vorangekommen. Gemeinsamkeiten bei Themen wie Haushalt und soziale Sicherheit haben beide Seiten entdeckt. Es sieht also so aus, als ob schon kommende Woche die formellen Koalitionsverhandlungen zwischen Rot und Schwarz beginnen könnten. - Unterdessen hat der CDU-Steuerexperte Merz seiner Parteivorsitzenden Merkel den Anspruch auf die Kanzlerschaft klar abgesprochen. In der Wirtschaftswoche wies er darauf hin, daß 2,6 Millionen Wähler der Union zwar die Erststimme, nicht aber die Zweitstimme gegeben hätten. Für sie sei die Kanzlerkandidatin Merkel offenbar nicht wählbar gewesen. Äußerst kritisch äußerte sich Merz außerdem zu den Erfolgschancen einer großen Koalition. Entscheidend für die Lösung der Haushaltsprobleme sei eine Besserung auf dem Arbeitsmarkt. Diese Fragen seien zwischen Union und SPD aber höchst strittig.