28.09.2005

Nachrichtenarchiv 29.09.2005 00:00 Algerien: Volk stimmt ab über Generalamnestie

18 Millionen Algerier sind heute aufgerufen, über die so genannte "Charta für Frieden und nationale Aussöhnung" von Präsident Bouteflika abzustimmen. Durch eine Generalamnestie soll ein Schlussstrich unter mehr als zehn Jahre Bürgerkrieg gezogen werden.  Eine Generalamnestie wird aber vor allem von Angehörigen der rund 8.000 im Bürgerkrieg spurlos "verschwundenen" Algerier abgelehnt. Sie fordern die Aufklärung der Gewalttaten. Der 1992 begonnene Bürgerkrieg zwischen dem Militärregime und den muslimischen Fundamentalisten hat nach vorsichtigen Schätzungen 150.000 Menschen das Leben gekostet. Damals hatte die Armee in einem kalten Staatsstreich die Parlamentswahlen kurzerhand abgebrochen, als deren Sieger, die fundamentalistische Islamische Heilsfront (FIS), fast schon feststand.