27.09.2005

Nachrichtenarchiv 28.09.2005 00:00 Ministerium prüft Verbot für Sterbehilfe-Verein "Dignitas"

Nach der Gründung des Sterbehilfe-Vereins "Dignitas-Deutschland" in Hannover strebt das niedersächsische Justizministerium ein Verbot für die wiederholte Vermittlung von aktiver Suizidhilfe an. "Die Gefahr liegt in einem professionellen Angebot, das den Tod zu einem Geschäft macht", sagte eine Sprecherin in Hannover. Das Ministerium prüfe zurzeit, mit welchen Mitteln dies unter Strafe gestellt werden könne. Solange der Verein Hilfesuchende nur berate, könne er weder observiert noch strafrechtlich verfolgt werden. Erst bei einer Straftat wie dem Besitz von Natriumpentobarbital, das in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, könne die Polizei tätig werden. Die 1998 in der Schweiz gegründete Organisation «Dignitas» hat nach eigenen Angaben bisher 453 schwerstkranke Menschen mit dem hoch dosierten Schlafmittel Natriumpentobarbital bei ihrem Suizid unterstützt. 253 von ihnen reisten dafür aus Deutschland in die Schweiz. Dort steht die Suizidhilfe nicht unter Strafe, sofern sie nicht aus selbstsüchtigen Beweggründen heraus geschieht.