10.09.2005

Nachrichtenarchiv 11.09.2005 00:00 Debatte um mögliche Koalitionen neu entfacht

Nach sinkenden Umfragewerten für eine schwarz-gelbe Regierung ist die Diskussion über eine Große Koalition oder eine Ampel-Koalition neu entfacht. Eine Woche vor der Bundestagswahl werden die Äußerungen dazu schärfer und deutlicher. Die FDP will auf dem heutigen Sonderparteitag in Berlin eine klare Botschaft formulieren: wer den Wechsel wolle, müsse FDP wählen. Die Liberalen setzen damit gezielt auf eine massive Zweitstimmenkampagne. SPD-Vorstandsmitglied Gabriel kann sich hingegen eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP durchaus vorstellen. Der "Bild am Sonntag" sagte er, eines sei klar, Gerhard Schröder müsse Kanzler bleiben, das gehe mit Rot-Grün, aber auch die Ampel dürfe kein Tabu sein. Meinungs- und Parteienforscher halten ein Bündnis von SPD, Grünen und FDP ebenfalls nicht für ausgeschlossen. Eine Große Koalition hingegen können sich nur wenige ernsthaft vorstellen. Sachsens Ministerpräsident Milbradt bezeichnete diese Konstellation wörtlich als "Horrorvision". BDI-Präsident Thumann erklärte in einem Rundfunkinterview, eine große Koalition wäre "eine ganz schlechte Lösung für unser Land". Die Programme von Union und SPD passten einfach nicht zusammen.