04.09.2005

Nachrichtenarchiv 05.09.2005 00:00 Kritik an Ärztepräsident: Kranke können nicht überwacht werden

Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe ist wegen seiner Forderung nach stärkerer finanzieller Belastung von ungesund lebenden Patienten heftig kritisiert worden. Politiker, Kassenärztliche Vereinigung und Sozialethiker bezeichneten die Vorschläge als nicht praktikabel. Gleichzeitig betonten sie aber, daß Patienten mehr Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen müssten. Hoppe hatte erklärt, die Krankenkassen sollten künftig die Medikamentenkosten für Versicherte nicht mehr übernehmen, "die ihre Krankheit durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten in den Griff bekommen könnten". Der Bochumer Sozialethiker Joachim Wiemeyer sagte, der Vorschlag sei in der Praxis nicht umsetzbar. Denn das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient würde gestört. Zudem könne das Maß der Verantwortung der Patienten für ihre Erkrankung meist nicht klar festgestellt werden.