24.08.2005

Nachrichtenarchiv 25.08.2005 00:00 Hochwasser - Lage teilweise weiter angespannt

Auch am dritten Tag des Hochwassers in Bayern gilt in vier Kreisen Katastrophenalarm: Kelheim, Freising, Erding und Eichstätt. Die Flutwelle bewegt sich weiter stromabwärts. Gleich an mehreren Stellen drohen Dämme an Isar und Donau zu brechen. In Regensburg lassen die Behörden Stege in der Innenstadt aufbauen. Dort wird die Donau voraussichtlich gegen Mitternacht ihren Höchststand erreichen. Experten gehen von fünf Metern 80 aus. Noch später trifft die Scheitelwelle in Passau ein. Einige Teile der Altstadt sind dort schon überflutet. Donauaufwärts in Ingolstadt halten die Dämme und vermutlich ist dort das Schlimmste überstanden. In Regensburg rechnet der Krisenstab damit, dass es am späten Abend ein ganz normales Hochwasser geben wird, ohne größere Schäden. Auch in der Drei-Flüsse-Stadt Passau gehen die Behörden derzeit davon aus, dass das Hochwasser glimpflicher ablaufen könnte als bislang befürchtet. In Südbayern dagegen sinken die Pegel, bei den Aufräumarbeiten treten die Schäden zu Tage. - In Österreich werden Tausende eingeschlossene Urlauber aus der Luft mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Die Armee hat mit 14 Militärhubschraubern eine Luftbrücke eingerichtet. Aus dem Urlaubsort Lech am Arlberg wurden rund 1.000 Touristen über eine provisorisch reparierte Straße in Sicherheit gebracht. - In Bayern hat das Hochwasser auch ein erstes Todesopfer gefordert. im Landkreis Rosenheim kam ein 28-Jähriger ums Leben. Er hatte eine Schlauchbootfahrt auf der Hochwasser führenden Mangfall unternommen. In Österreich stieg die Zahl der Toten inzwischen auf vier. Im Montafon wurde die Leiche eines 81-jährigen Autofahrers geborgen. - In der Schweiz sind noch immer so viele Verkehrswege unterbrochen wie seit 100 Jahren nicht mehr.