16.06.2005

Nachrichtenarchiv 17.06.2005 00:00 Regierungschefs in schwierigen Verhandlungen um EU-Finanzen

Der EU-Krisengipfel in Brüssel ist offenbar zwischenzeitlich beinahe am Finanzstreit gescheitert. EU-Kommissionspräsident Barroso und EU-Ratspräsident Juncker setzten heute Nachmittag auf bilaterale Gespräche. Erst am Abend kommt das Plenum wieder zusammen. Großbritannien hat angeboten, Zugeständnisse bei seinem Beitragsnachlaß zu machen, aber Premier Blair stellt Bedingungen: er fordert eine umfassende Reform der EU-Finanzen. Auch Frankreichs Präsident Chirac blockiert einen Kompromiss, weil er an den Agrarsubventionen festhält. Zum Problemfall wurden außerdem die Niederlande, ohne einen niedrigeren EU-Beitrag drohen sie mit einem Boykott der Gespräche. - Die Staats- und Regierungschef haben die EU-Verfassung zunächst gestoppt. Auf ihrem Gipfeltreffen in Brüssel beschlossen sie eine einjährige Auszeit für den Ratifizierungsprozess. Ratspräsident Juncker sagte, in dieser Zeit sollten die Mitgliedsländer versuchen, den Verfassungsstreit beizulegen.