08.04.2005

Nachrichtenarchiv 09.04.2005 00:00 Papst Johannes Paul II. im Petersdom beigesetzt

Papst Johannes Paul II. ist unter der Anteilnahme von Millionen Gläubigen am Freitag in der Krypta des Petersdom beigesetzt worden. Zu der bewegenden Trauerfeier, einer der größten in der Geschichte, waren mehr als drei Millionen Pilger nach Rom gekommen. Kardinal Joseph Ratzinger würdigte bei der Totenmesse den tiefen Glauben des Papstes und seine Hingabe. 200 Staatsgäste sowie hochrangige Religionsvertreter gaben dem Papst die letzte Ehre. Johannes Paul II. habe sein Leben der Kirche und der gesamten Menschheit geschenkt, sagte Kardinal Ratzinger bei der Totenmesse auf dem Petersplatz. Der Papst habe eine große Fähigkeit zur Vergebung und zur Offenheit gegenüber Menschen besessen, so der Dekan des Kardinalskollegiums in seiner Predigt, die mehrfach von Applaus unterbrochen wurde. Auch die Polen nahmen am Freitag Abschied von Papst Johannes Paul II. Auf einem Feld bei Krakau versammelten sich am Vormittag rund 800.000 Gläubige, um die Totenmesse in Rom auf riesigen Bildschirmen zu verfolgen. Zuvor hatten polnische Medienberichten zufolge auf der Blonia-Wiese Zehntausende eine Art Totenwache und anschließend eine Messe zu Ehren des Papstes gefeiert. Johannes Paul II. war am vergangenen Samstag im Alter von 84 Jahren gestorben. Das Kardinalskollegium, die provisorische Kirchenleitung, wird in einem Konklave im Vatikan vom 18. April an einen neuen Papst wählen. Unterdessen normalisiert sich das Leben in Rom allmählich. Der Petersdom wird heute wieder für Besucher geöffnet. Sie können das Grab Johannes Pauls in der Krypta allerdings noch nicht sehen. So soll verhindert werden, dass ähnlich große Menschenmengen in den Vatikan kommen wie zum aufgebahrten Leichnam des Papstes Anfang der Woche. Die italienischen Behörden zeigten sich erleichtert, dass es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen ist.