23.02.2005

Nachrichtenarchiv 24.02.2005 00:00 Hans-Jürgen Wischnewski ist tot

Der SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewski ist tot. Der 82jährige starb am Nachmittag in der Kölner Universitätsklinik. Wischnewski war erst am Wochenende aus einem künstlichen Koma erwacht, in das er infolge einer Infektion versetzt worden war. Berühmt wurde Wischnewski für seine Sondermissionen als Staatsminister. Im "Heißen Herbst" 1977 hatte er in Mogadischu bei der Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut die Anti-Terror-Gruppe GSG 9 geleitet. Gemeinsam mit Bundeskanzler Schmidt entschied er, das Flugzeug stürmen zu lassen; alle Geiseln wurden befreit. Das SPD-Urgestein trat nach dem zweiten Weltkrieg in die Partei ein und bekleidete im Laufe der Zeit alle erdenklichen Parteiämter: Er war Bundesgeschäftsführer, Vizeparteichef und Schatzmeister. 33 Jahre lang saß er im Bundestag. Ein besonderes Anliegen war Wischnewski der Frieden im Nahen Osten. 1997 wurde er von Palästinenserpräsident Arafat mit dem höchsten palästinensischen Orden  ausgezeichnet.