09.02.2005

Nachrichtenarchiv 10.02.2005 00:00 Mißbrauchsvorwurf gegen UN-Friedenstruppe im Kongo

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat den UN-Friedenstruppen in Kongo jeden sexuellen Kontakt zur lokalen Bevölkerung untersagt. In einem Brief an den UN-Sicherheitsrat erklärte Annan in New York, damit solle dem Mißbrauch vor allem an Frauen und Mädchen Einhalt geboten werden. Annan sagte, er sei entsetzt über die ihm vorliegenden Berichte aus Kongo. Insgesamt hätten die Vereinten Nationen 150 Vorwürfe sexuellen Mißbrauchs durch UN-Blauhelme untersucht, darunter etwa 50 Massenvergewaltigungen. Zu den Opfern zählten 13-jährige Mädchen, die mit Nahrungsmitteln oder Kleingeld zum Sex mit ihren potentiellen Beschützern gezwungen worden seien. Annan forderte den Sicherheitsrat auf, zur Verhütung weiterer Übergriffe eine Sondereinheit von 100 Militärpolizisten zu entsenden. Im ehemaligen Zaire sind derzeit etwa 12.000 Soldaten im Rahmen der UN-Mission stationiert.