11.01.2005

Nachrichtenarchiv 12.01.2005 00:00 Kein genereller Abschiebestopp für Flut-Regionen

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Lubbers, hat angesichts der Flutkatastrophe einen zeitweiligen Abschiebestopp in betroffene Länder gefordert. Abschiebungen würden die Not leidende Bevölkerung und die Arbeit humanitärer Organisationen zusätzlich belasten, so Lubbers. In einem Schreiben an die UN-Mitgliedsstaaten empfahl er, Abschiebungen nach Sri Lanka, Somalia, die Malediven und verschiedene indische und indonesische Regionen zunächst für drei Monate auszusetzen. Auch die ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche und die Bundesarbeitsgemeinschaft Pro Asyl schlossen sich dieser Forderung an. In Deutschland zeichnet sich bisher kein genereller Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Flut-Regionen ab. Politiker von SPD und CDU sprachen sich für Einzelfall-Regelungen aus. SPD-Innenexperte Wiefelspütz sagte in einem Zeitungsinterview, wenn in Indien in einer überschaubaren Küstenregion Flutschäden angerichtet worden seien, bedeute das nicht, daß man niemanden in den gesamten Subkontinent ausweisen dürfe.