30.11.2004

Nachrichtenarchiv 01.12.2004 00:00 Köhler: Europa soll seine Identität nicht preisgeben

Bundespräsident Köhler hat von den in Deutschland lebenden Ausländern mehr Willen zur Integration verlangt. Er sagte bei einem Vortrag der Universität Tübingen, immer mehr Menschen mit anderen Wurzeln und anderer kultureller Herkunft würden nach Deutschland kommen. Ohne eine gemeinsame Basis, wie z.B. das Grundgesetz, sei ein Zusammenleben nicht möglich. Köhler forderte Europa auf, seine Identität nicht preiszugeben. Er habe den Eindruck, Europa sei müde geworden, als sei es dabei seine Identität zu verlieren und seine Wurzeln nicht mehr zu kennen. Dazu gehörten ganz sicher die Aufklärung, die Menschenrechte, die Emanzipationsbewegungen und auch das Christentum und die christliche Ethik. Gleichzeitig rief der Bundespräsident zu einem verstärkten Engagement in Afrika auf. Die Menschlichkeit unserer Welt entscheide sich am Schicksal Afrikas. Köhler sprach auf Einladung des Theologen Hans Küng und dessen Stiftung Weltethos in Tübingen.