06.11.2004

Nachrichtenarchiv 07.11.2004 00:00 Bischof Huber (EKD): Streichen von Feiertagen schadet Familien

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Huber, hat sich gegen die Abschaffung von Feiertagen ausgesprochen. Eine Streichung zehre an der "kulturellen Substanz des Landes", schade den Familien. Es bewirke nicht das, was man sich erhoffe. Zugleich forderte der EKD -Vorsitzende ein deutliches Ja zu Familie und Kindern. Es müsse "Schluss damit sein, dass Kinder immer noch als Armutsrisiko gelten".  Bei der Eröffnung der diesjährigen Synode der Evangelischen Kirche in Magdeburg sagte Huber, jahrhundertealte Grundelemente der Sozialkultur dürften nicht zur Verbesserung von Haushalts- und Wirtschaftsdaten aufgegeben werden. Die Kirche bejahe eine positive wirtschaftliche Entwicklung, lehne eine Ökonomisierung des gesamten Lebens und Denkens aber ab. Der mit der Abschaffung des Buß- und Bettages beschrittene Weg dürfe nicht fortgesetzt werden. In seinem ersten Rechenschaftsbericht seit seiner Wahl vor einem Jahr beklagte der Ratsvorsitzende einen weit verbreiteten Vertrauensverlust in Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft. Er rief die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik dazu auf, dem Wort Reform seinen guten Klang zurückzugeben. "Reformen sind dazu da, das Vertrauen der Menschen in die Zukunft zu stärken."----Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) bezeichnete in einem Grußwort die Sozialreformen der Bundesregierung als gerecht und forderte mehr Eigenverantwortung.