21.10.2004

Nachrichtenarchiv 22.10.2004 00:00 Brasilien: erstmals Enteignung eines Landgutes wegen Sklaverei

Erstmals sind in Brasilien die Eigentümer eines Landgutes wegen Sklaverei und illegaler Waldrodungen enteignet worden. Die Farm im Amazonas-Bundesstaat Pará soll nun in den Besitz von 250 landlosen Bauernfamilien übergehen. Das berichteten örtliche Medien am Donnerstag. Teile des Gutes werden bereits seit fünf Jahren von Landlosen besetzt gehalten. Wegen der Ausbeutung von Arbeitern war die Eigentümerfamilie bereits im August zu einer Geldstrafe von 360.000 Euro verurteilt worden. João Batista Gonçalves von der katholischen Landpastoral sagte, das von Präsident Lula da Silva unterzeichnete Enteignungs-Dekret eröffne eine neue Perspektive im Kampf gegen die Sklavenarbeit. In Pará gebe es Dutzende von Landgütern, die ihre in der Verfassung vorgeschriebene Gemeinwohl-Funktion nicht erfüllten. Diese könnten ebenfalls enteignet werden.