20.06.2004

Nachrichtenarchiv 21.06.2004 00:00 Kirchen bedauern fehlenden Gottesbezug in EU-Verfassung

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben die Einigung über die EU-Verfassung begrüßt, zugleich aber das Fehlen eines Bezugs auf Gott und das christlich-jüdische Erbe bedauert. Das erklärten der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, Bischof Huber, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann. Der deutliche Wertebezug der EU im neuen Verfassungsvertrag sei von besonderer Bedeutung, heißt es in der Stellungnahme der Kirchen. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Meyer kritisierte, die jetzige Formulierung sei "blasser als die Wirklichkeit". Meyer und Lehmann forderten eine Fortsetzung und Verstärkung der Debatte über das christlich-jüdische Erbe Europas. ---- Auch Papst Johannes Paul II. hat die fehlende Erwähnung der christlichen Wurzeln in der EU-Verfassung scharf kritisiert. "Man schneidet nicht die Wurzeln ab, aus denen man stammt," so der Papst wörtlich in einer Rede in polnisch auf dem Petersplatz. Aus den christlichen Wurzeln seien Kultur und Zivilisation des europäischen Kontinents gewachsen. Johannes Paul II. lobte ausdrücklich den letztlich erfolglos gebliebenen Einsatz der polnischen Regierung für die Erwähnung eines Bezugs auf das Christentum in der Präambel des Verfassungsvertrages.