06.03.2004

Nachrichtenarchiv 07.03.2004 00:00 Ruanda: Völkermord fordert nach zehn Jahren noch Tote

Der Völkermord in Ruanda fordert noch immer Tote. Zehn Jahre nach den Massakern sterben Vergewaltigungsopfer an Aids. Soldaten oder Milizionäre, die sie mißbrauchten, haben sie infiziert. Das berichtete eine Überlebende des Genozids bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum. Esther Mujawajo erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen das UN-Tribunal zur Aufklärung des Völkermordes, das seinen Sitz in Tansania hat. Wenn infizierte Frauen dort als Zeugen aussagten, erhielten sie keine Medikamente. Die Drahtzieher des Völkermordes hingegen, denen vor dem Tribunal der Prozeß gemacht werden soll, erhielten Anti-Aids-Mittel, wenn sie infiziert seien. - Von April bis Juli 1994 wurden in Ruanda etwa 800.000 Menschen ermordet.