11.02.2004

Nachrichtenarchiv 12.02.2004 00:00 Zuwanderung: Katholische Kirche warnt vor faulem Kompromiß

Im Ringen um ein neues Zuwanderungsgesetz warnt die katholische Kirche vor einem Kompromiß um jeden Preis. Der für Migrationsfragen zuständige Weihbischof Voss sagte, ein Zuwanderungsgesetz dürfe nur verabschiedet werden, wenn es einen tatsächlichen Fortschritt für die Menschen bringt. Die Kirche erwarte einen Perspektivwechsel, es gehe darum, die Tatsache der Zuwanderung "innerlich zu akzeptieren", sagt Voß wörtlich. Im humanitären Flüchtlingsrecht erwartet die Kirche eine praktikable Regelung für Härtefälle und ein Ende der Kettenduldungen. Die Zuwanderer müßten nach einer bestimmten Zeit eine Perspektive für ihr Leben erhalten. Bei der Anerkennung von Flüchtlingen, die wegen ihres Geschlechts oder von nichtstaatlichen Gruppen verfolgt werden, forderte Voß, das Opfer und nicht die Art der Verfolgung müsse im Vordergrund stehen. Für Menschen, die an Leib und Leben gefährdet seien, "ist es gleich, ob sie von Staaten oder nichtstaatlichen Gruppen in zerfallenen Staaten verfolgt werden". Das geltende Recht ist nach Überzeugung des Weihbischofs auf Abwehr ausgerichtet und regelt nur Ausnahmen für Zuwanderung.