22.06.2005

Nachrichtenarchiv 23.06.2005 00:00 Ethikrat neu konstituiert: Streit über Nutzen und Notwendigkeit

Zu Beginn der zweiten Amtsperiode des Nationalen Ethikrats streiten sich Bundesregierung und Union über den Nutzen des Gremiums. Während sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Donnerstag nachdrücklich für die Fortsetzung der von ihm gegründeten Beratungsgruppe aussprach, stellte Union-Fraktionsvize Maria Böhmer (CDU) deren Bestand in Frage.

Zu Beginn der zweiten Amtsperiode des Nationalen Ethikrats streiten sich Bundesregierung und Union über den Nutzen des Gremiums. Während sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Donnerstag nachdrücklich für die Fortsetzung der von ihm gegründeten Beratungsgruppe aussprach, stellte Union-Fraktionsvize Maria Böhmer (CDU) deren Bestand in Frage. Schröder habe bewusst einen Gegenpol zur Bioethik-Enquetekommission des Bundestages geschaffen, so Böhmer. Die Beratung in bioethischen Fragen gehöre aber in das Parlament. Der Ethikrat, dem 25 Sachverständige aus Wissenschaft, Politik, Industrie, Gewerkschaften, Philosophie und Theologie angehören, konstituierte sich am Donnerstag in Berlin neu für seine zweite Amtsperiode. Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel und der katholische Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst gehören dem Gremium nicht mehr an. Ihnen folgen als neue Mitglieder der frühere SPD-Bundesminister Jürgen Schmude und der Augsburger katholische Weihbischof Anton Losinger. Christoph Strack berichtet aus Berlin.