Ein Mann liest die Zeitung "Myanmar Times" mit der Schlagzeile "Ausnahmezustand"
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Myanmar: Demonstranten zeigen den Drei-Finger-Gruß
Myanmar: Demonstranten zeigen den Drei-Finger-Gruß

15.02.2021

Demonstranten in Rangun trotzen den Panzern Rosenkränze gegen das Regime

Zwei Wochen nach dem Putsch sind am Montag in Myanmar wieder Zehntausende Menschen gegen die Junta auf die Straße gegangen. Diese ließ als Drohgebärde in Rangun und anderen Städten Panzer auffahren.

.Das Nachrichtenportal Frontier Myanmar (FM) veröffentlichte am Montag Fotos von Demonstranten, die den Panzern und den schwerbewaffneten Soldaten Widerstand leisten und Mitarbeiter staatlicher Einrichtungen ermutigen, sich nicht dem Civil Disobedience Movement (CDM, Bewegung für zivilen Widerstand) anzuschließen.

Knallharte Infanteriedivision

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurde die für ihre Härte bekannte 77. Leichte Infanteriedivision in Rangun eingesetzt, die 2007 bei der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstands buddhistischer Mönche gegen das damalige Militärregime auf Demonstranten geschossen hatte.

Damaliger Kommandant des Militärbezirks Rangun war General Myint Swe, der nach dem Putsch vom 1. Februar von der Junta zum Präsidenten Myanmars ernannt worden war.

Anklage gegen Aung San Suu Kya verschoben

Unterdessen wurde am Montag eine erste gerichtliche Anhörung der Anklage gegen Staatsrätin Aung San Suu Kyi auf Mittwoch verschoben. Der seit dem Putsch inhaftierten Politikerin wird die illegale Einfuhr und Nutzung von sechs Funkgeräten vorgeworfen.

Kyaw Win von der Organisation "Burma Human Rights Network" warnte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Wir gehen davon aus, dass die Militärjunta in den kommenden Tagen gewaltsam gegen die Demonstranten vorgehen wird."

Botschafter warnen die Armee

 Die Botschaften der EU, der USA und Großbritanniens in Myanmar hatten die Armee am Sonntagabend in einer gemeinsamen Erklärung vor dem Einsatz von Gewalt gegen die Demonstranten gewarnt, die "gegen den Sturz ihrer legitimen Regierung" protestieren.

Am Wochenende hatten sich in Rangun Hunderte katholische Priester, Ordensfrauen und Laien der CDM angeschlossen. Sie zogen den Rosenkranz betend und mit Transparenten durch die Stadt, auf denen zu lesen war "Wir unterstützen CDM" oder "Freiheit für Aung San Suu Kyi", wie der asiatische Pressedienst Ucanews (Montag) berichtet.

Zahlreiche Dissidenten in Haft

Die Junta hatte in der Nacht zum Montag die Truppen mobilisiert und zeitweise erneut das Internet abgeschaltet. Zuvor hatte Junta-Chef Min Aung Hlaing die Verschärfung einer Reihe von Gesetzen verkündet und zahlreiche Dissidenten verhaften lassen.

Am Sonntag hatten im Unionsstaat Kachin die Sicherheitskräfte vor einem Elektrizitätswerk auf Demonstranten geschossen, wie in einem auf Facebook veröffentlichten Video zu sehen ist. Allerdings war nicht klar, ob die Sicherheitskräfte mit echter Munition oder Gummigeschossen auf die Menschen feuerten.

Ausnahmezustand seit dem 1. Februar

Am 1. Februar hatte die Armee kurz vor der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments die Macht an sich gerissen und einen zwölfmonatigen Notstand ausgerufen. Das Militär begründete den Staatsstreich mit unbewiesenen Vorwürfen der Manipulation der Parlamentswahl vom 8. November.

(KNA)

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