Russische Kirche bricht mit Patriarchat von Konstantinopel
Russische Kapelle (Symbolbild)
Leitete den Heiligen Synod: Patriarch Kyrill I.
Kyrill I., Patriarch von Moskau und ganz Russland

27.12.2019

Moskauer Patriarch bricht mit weiterem Kirchenoberhaupt Gespaltene Orthodoxe

Im Streit um die Ukraine hat die russisch-orthodoxe Kirche gegen eine weitere orthodoxe Kirche drastische Sanktionen verhängt. Das oberste Leitungsgremium kündigte die eucharistische Gemeinschaft mit Patriarch Theodoros II. von Alexandrien und ganz Afrika auf.

Diesen Schritt teilte das Moskauer Patriarchat am Donnerstagabend. Die russische Kirche verurteilte zugleich Theodoros' Anerkennung der neuen eigenständigen orthodoxen Kirche als Verstoß gegen das Kirchenrecht. Das Leitungsgremium drückte "tiefe Trauer im Zusammenhang der antikanonischen Aktionen des Patriarchen von Alexandrien Theodoros aus, der sich mit Schismatikern verbunden hat". Es sei unmöglich, seiner weiter in den Gottesdiensten zu gedenken. Theodoros II., der in der orthodoxen Rangordnung an zweiter Stelle hinter dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel steht, werde daher aus der Namensliste der orthodoxen Patriarchen, dem Diptychon, gestrichen.

Bereits zuvor hatte die russisch-orthodoxe Kirche mit Bartholomaios I. und dem Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Hieronymos, gebrochen. Beide Kirchenoberhäupter erkannten ebenfalls die 2018 gegründete ukrainische Kirche an. Der Moskauer Patriarch Kyrill I. entfernte damals auch ihre Namen aus der Gottesdienstliturgie. Er sieht im südlichen Nachbarland die ihm unterstehende ukrainisch-orthodoxe Kirche bedroht. Die mit dieser konkurrierende, eigenständige (autokephale) Kirche der Ukraine brandmarkt er als "schismatisch".

Zukunft der ökumenischen Orthodoxie in Gefahr

Kyrill I. betonte bei der Sitzung des Leitungsgremiums am Donnerstag in Moskau, ihm sei es "natürlich überhaupt nicht gleichgültig, was jetzt in der Familie der orthodoxen Landeskirchen geschieht". Das "ukrainische Schisma" habe eine "ernsthafte Spaltung der Landeskirchen provoziert". "Die Zukunft der ökumenischen Orthodoxie hängt von der Lösung dieses Problems ab", so der russische Patriarch.

Die Verantwortung für die Wahrung der Einheit liege bei jeder Landeskirche. Theodoros II. hatte die Anerkennung der ukrainischen Kirche damit begründet, dass eine Kirche, die die Autokephalie wolle, sie erhalten solle. Das müsse auch die russische Kirche lernen. Dazu gebe es keine Alternative. Dem Patriarchat von Alexandrien in Ägypten untersteht ganz Afrika. Aufgrund ihres apostolischen Ursprungs - der Evangelist Markus gilt als erster Bischof von Alexandrien - steht sie im Diptychon an zweiter Stelle hinter dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel.

(KNA)

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