Papst Franziskus empfängt Regisseur Martin Scorsese in einer Privataudienz 2016
Papst Franziskus empfängt Regisseur Martin Scorsese in einer Privataudienz 2016

23.10.2018

Regisseur Martin Scorsese bei Papsttreffen zur Synode Generationen-Dialog im Vatikan

"Sharing the wisdom of time": Der US-amerikanische Regisseur Martin Scorsese nimmt an diesem Dienstag an einem Generationen-Dialog von Papst Franziskus mit alten und jungen Leuten teil.

Der Filmemacher sei einer von mehreren alten und jungen Gesprächspartnern, die dem Kirchenoberhaupt während der Begegnung im Kirchengeschichtsinstitut Augustinianum Fragen stellen, hieß es in einer am Donnerstag vom Vatikan verbreiteten Pressemitteilung. Die weiteren Fragesteller kommen demnach aus Kolumbien, Italien und Malta.

Zu dem Generationentreffen am Dienstagnachmittag werden auch der Organisator des nächsten Weltjugendtags, der Erzbischof von Panama-Stadt, Jose Domingo Ulloa Mendieta, sowie der Direktor der Jesuitenzeitschrift "Civilta Cattolica", Antonio Spadaro, erwartet.

Dialogtreffen zwischen Alt und Jung

Das Dialogtreffen zwischen Alt und Jung erfolgt im Zusammenhang mit der derzeit tagenden Bischofssynode zur Jugend. Franziskus betonte wiederholt die Bedeutung der Erinnerung und der eigenen Wurzeln jedes Menschen sowie eines Dialogs der Generationen.

In Vorbereitung auf das Generationentreffen soll ein Interviewbuch erscheinen, für das 250 Frauen und Männer in mehr als 30 Ländern befragt wurden. Das Werk soll auch einen Beitrag des Papstes enthalten. Zunächst sind unter dem Titel "Sharing the wisdom of time/La saggezza del tempo" eine englische und italienische Ausgabe geplant.

Erstes Treffen

Bereits im Jahr 2016 traf Martin Scorsese auf Papst Franziskus. Grund für das Treffen war das Thema von Scorseses Films "Silence": Er erzählt die Geschichte von drei Jesuiten-Missionaren in Japan während der Christenverfolgung im 17. Jahrhundert. Franziskus ist selbst Jesuit und träumte als junger Mann davon, als Missionar nach Japan zu gehen.

Laut der vatikanischen Mitteilung sprach Franziskus mit Scorsese über das Wirken der Jesuiten in Japan und über das Museum der 26 Märtyrer von Nagasaki. Der Regisseur arbeitete mehrere Jahrzehnte an dem Historien-Drama. "Das Thema liegt mir sehr am Herzen", sagte Scorsese 2014 der Zeitschrift "Film-Dienst". Nach eigenen Angaben wollte der Regisseur ursprünglich katholischer Priester werden. Zum Film kam er, nachdem er von der Jesuitenschule verwiesen wurde.

Bereits zweite religiöse Romanverfilmung

Scorsese verfilmte mit "Die letzte Versuchung Christi" (1988) bereits einmal eine religiöse Romanvorlage – in diesem Fall eine des griechischen Autors Nikos Kazantzakis aus dem Jahr 1951. Jesus wird darin als Zweifelnder und mit seinem Schicksal Hadernder gezeichnet, der sich verschiedenen Versuchungen ausgesetzt sieht, etwa der eines beschaulichen Ehelebens mit Maria Magdalena.

Der Film rief vor allem unter konservativen US-Christen wütende Proteste hervor. Scorsese wurde ungeachtet dessen 1989 in der Kategorie Bester Regisseur für einen Oscar nominiert.

(KNA)