Mauro Giuseppe Lepori und Maria Gabriela Hesse
Mauro Giuseppe Lepori und Maria Gabriela Hesse

12.08.2018

Neue Äbtissin des Klosters Sankt Marienstern eingeführt Große Herausforderung

​Das 770 Jahre alte Zisterzienserinnenkloster Sankt Marienstern in Ost-Sachsen hat eine neue Äbtissin: Der Generalabt des Zisterzienserordens, Mauro Giuseppe Lepori, führte Schwester Maria Gabriela Hesse in das Amt ein.

Bei der Zeremonie überreichte er ihr die Ordensregel sowie Stab und Ring einer Äbtissin. Der Hirtenstab ist ein Geschenk der im vergangenen Jahr aufgelösten Zisterzienserabtei Himmerod (Rheinland-Pfalz).

44. Äbtissin von Sankt Marienstern

Die "Äbtissinnenweihe" in der Klosterkirche ähnelte einer Bischofsweihe. Sie war aber keine sakramentale Weihe nach katholischem Verständnis, sondern eine feierliche Segnung. Unter den Gästen der Amtseinführung waren Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und sein Vorgänger Stanislaw Tillich (beide CDU).

Die zwölf Ordensfrauen des 1248 gegründeten Klosters hatten Hesse bereits am 4. Juni zur 44. Äbtissin von Sankt Marienstern gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Philippa Kraft (43) an, die im April 2017 überraschend ihren Rücktritt als Äbtissin und aus dem Orden bekannt gegeben hatte. Als Gründe nannte sie eine nachgelassene Berufung zum Ordensleben und eine Überforderung im Amt. Darauf hin wurde Hesse zunächst als Administratorin zur vorübergehenden Leitung des Konvents eingesetzt.

Keine leichte Entscheidung

Die neue Äbtissin sagte, es sei ihr nicht leicht gefallen, die Wahl in das Amt anzunehmen. Sie sehe darin eine große Herausforderung. Bis heute sei der Austritt ihrer Vorgängerin aus dem Orden "sehr einschneidend" für die Klostergemeinschaft. Als Äbtissin leitet Hesse auch 180 Mitarbeiter in der Förderschule, der Gärtnerei und Verkaufsläden des Klosters.

Nach dem Gottesdienst dankte sie besonders den sorbischen Gläubigen der Region. Die Angehörigen der slawischsprachigen Volksgruppe hätten sie im Laufe der Jahre sehr geprägt, betonte Hesse: "Ich fühle mich hier beheimatet, geborgen und angenommen." Generalabt Lepori bezeichnete es als wichtige Aufgabe einer Äbtissin, die Gemeinschaft des Klosters in Wort und Tat zu fördern.

Ausgebildete Krankenschwester

Die neue Äbtissin wurde 1960 im brandenburgischen Premnitz geboren. Im Berliner Sankt-Hedwigs-Krankenhaus machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester, bevor sie im Oktober 1981 in die Abtei Sankt Marienstern eintrat.

(KNA)