Die Uno-Klimakonferenz in Bonn geht am Freitag Abend zu Ende
Die Uno-Klimakonferenz in Bonn geht am Freitag Abend zu Ende

17.11.2017

Appelle und Initiativen auf der UNO-Klimakonferenz "Es ist nun Zeit zum Handeln"

Einige greifbare Ergebnisse gibt es jetzt schon, vor dem offiziellen Ende der Weltklimakonferenz in Bonn. Manches blieb allerdings nur Schall und Rauch. Eine erste Bestandsaufnahme.

Kurz vor dem geplanten Ende der Weltklimakonferenz in Bonn an diesem Freitag sind noch wichtige Finanzfragen offen. Die Unterhändler rangen in der Nacht darum, auf welchen Wegen die Industrieländer den ärmeren Staaten künftig finanzielle Unterstützung geben sollten.

Vertreter ärmerer Staaten setzten im Plenum deutliche Signale: "Der Egoismus der Mächtigen ist ein Gift, das die Erde krank macht", sagte Venezuelas Minister für Ökosozialismus und Wasser, Ramon Velasquez Araguayán, mit Blick auf die reichen Länder. Der Vertreter Nicaraguas, Paul Oquist, warnte: "Wenn die Klima-Migration von Millionen von Menschen in Richtung Norden los geht, wird es nur noch dieses Thema geben."

Der Premierminister des karibischen Inselstaats Dominica, Roosevelt Skerrit, schilderte in drastischen Worten wie die Menschen beim Hurrikan "Maria" fliehen mussten. Große Teile der Infrastruktur und Wälder seien zerstört worden. Jamaikas Wirtschaftsminister Daryl Vaz sagte am Ende seiner eindringlichen Rede: "Das Wichtigste ist: Es ist nun Zeit zum Handeln - viel eher als weiter zu reden."

USA: möglicher Wiedereinstieg "unter günstigeren Konditionen"

Die USA blockierten die Verhandlungen nach Angaben aus Konferenzkreisen nicht, hatten aber eine recht niedrigrangige Delegation nach Bonn geschickt. Ihre Vertreterin, Judith Garber, wiederholte im Plenum die US-Position nach der die USA offen dafür bleiben, später wieder dem Abkommen von Paris beizutreten, "unter Konditionen, die günstiger für das amerikanische Volk sind". Eine Änderung des Abkommens hatten Deutschland und weitere Staaten aber abgelehnt, nachdem US-Präsident Donald Trump verkündet hatte, er wolle daraus aussteigen. Nach den Worten Garbers erkennen die USA die Notwendigkeit, die Energiesysteme umzubauen.

Bei einem Hauptthema in Bonn, der Arbeit am Regelbuch für das Klima-Abkommen von Paris, war die Konferenz nach Angaben des deutschen Umweltstaatssekretärs Jochen Flasbarth gut vorangekommen. Endgültig soll es im kommenden Jahr im polnischen Kattowitz vereinbart werden. Flasbarth zufolge war von Anfang an klar gewesen, dass Bonn kein abgeschlossenes Regelbuch liefern würde.

Allianz für den Kohleausstieg

Am Donnerstag hatten sich Großbritannien, Kanada, Costa Rica, Mexiko und mehrere andere Staaten zu einer Allianz für den Kohleausstieg zusammengeschlossen. Die Abkehr von der Kohle-Energie sei der richtige Schritt, sagte Kanadas Umweltministerin Catherine McKenna. "Wir schulden es unseren Kindern", betonte sie.

Deutschland ist allerdings nicht Teil des Bündnisses. Das Land habe seine Teilnahme abgelehnt, weil "wir das nicht im Vorgriff auf die nächste Regierung entscheiden können", sagte die scheidende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). In Deutschland werden rund 40 Prozent des Stroms aus Kohle erzeugt.

Kanzlerin blieb unkonkret

Neben Großbritannien und Kanada gehören der "Powering Past Coal Alliance" 23 weitere Mitglieder an, darunter Frankreich, Italien, Österreich, Finnland, Mexiko, Portugal, Costa Rica und die Marshallinseln, aber auch einzelne Provinzen wie das kanadische British Columbia. Die Regierungen legen sich in ihrer Erklärung auf eine Abkehr von der traditionellen Kohle-Energie fest. Einzeln hatten sie das zum Teil in der Vergangenheit schon angekündigt. Die britische Regierung erklärte etwa, bis 2025 alle Kohlekraftwerke abschalten zu wollen.

Das Bündnis stellte sich damit nur einen Tag nach der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Klimakonferenz auf. Merkel war dabei unkonkret geblieben, wie und wann Deutschland aus der sehr klimaschädlichen Kohlenutzung aussteigen werde.

(dpa)

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