Eine Pflegekraft im Krankenhaus
Pflege im Krankenhaus

12.05.2017

Internationaler Tag der Pflege erinnert an Florence Nightingale Pfeiler des Gesundheitswesens

Experten sind sich einig: Der Pflegeberuf wird an Bedeutung gewinnen. Zum Internationalen Tag der Pflege fordern die Pflegekräfte und Wohlfahrtsverbände mehr politische Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung.

Ein Beruf gewinnt an Selbstbewusstsein. "Pflege ist das wichtigste gesundheitspolitische Thema in diesem Jahrzehnt", sagt der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus. Deshalb kann auch der "Internationale Tag der Pflege" auf besondere Aufmerksamkeit bauen, der am Freitag weltweit begangen wird.

In Deutschland werben Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und Krankenkassen für ausreichendes Personal in Krankenhäusern, Pflegediensten, Hospizen und Heimen, für bessere politische Rahmenbedingungen sowie die Entlastung pflegender Angehöriger. Auch die Politik stimmte an Donnerstag in den Ruf nach mehr gesellschaftlicher Anerkennung und besseren Arbeitsbedingungen ein - ohne auf die Finanzierung einzugehen. Die Bedeutung einer professionellen Pflege werde vielfach noch übersehen. Sie sei aber grundlegend für Patientensicherheit und ein funktionierendes Gesundheitssystem.

Pionierin der modernen Krankenpflege

Der "Tag der Pflege" wird in Deutschland seit 1967 jeweils am Geburtstag von Florence Nightingale (1820 bis 1910) am 12. Mai begangen: Die Tochter einer wohlhabenden britischen Familie gilt als die Pionierin der modernen Krankenpflege. Mit der Versorgung verwundeter Soldaten im Krimkrieg (1853-1856) trug sie zum Ausbau des Sanitätswesens bei.

Dass sich Kranken- und Altenpfleger mittlerweile mit starker Stimme zu Wort melden, ist schlicht dem Mangel und dem demografischen Wandel geschuldet: Vom drohenden Pflegenotstand ist die Rede. Rund 2,9 Millionen Bundesbürger erhalten derzeit Leistungen der Pflegeversicherung. Die Zahl könnte bis 2050 auf 4,5 Millionen steigen.

Pflege im Wandel

Spätestens dann wird sich ein Großteil der Deutschen mit dem Thema beschäftigen müssen. Dabei wird die Betreuung in der Familie immer schwieriger: Die Zahl der Single-Haushalte wächst, Familien leben räumlich weiter auseinander. Zugleich sind immer mehr Frauen berufstätig, die bisher viel Zeit für häusliche Pflege aufbrachten.

Auch deshalb gehört die Altenpflege zu den besonders stark wachsenden Dienstleistungsbranchen. Die Zahl aller dort Beschäftigten ist zwischen 1999 und 2013 um über 60 Prozent auf mehr als eine Million gestiegen. Doch schon heute fehlen dort 30.000 Pflegekräfte.

Auch in den rund 2.000 Krankenhäusern werden schon jetzt Pflegekräfte gesucht. Zugleich könnte gute Pflege zum wichtigen Kriterium im harten Konkurrenzkampf der Kliniken werden. «Die Zahl der Krankenhausmitarbeiter im Pflegedienst ist von 393.186 im Jahr 2005 auf 426.838 im Jahr 2015 deutlich gestiegen und sie wird noch weiter steigen», betont der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum.

Experten fordern Reformen

Pflegeexperten betonen, dass alle Reformen der Pflegeversicherung wenig nützten, wenn der Pflegeberuf nicht attraktiver werde. Leidenschaftlich gestritten wird deshalb seit Monaten um die Reform der Pflegeausbildung. Steigende Attraktivität versprechen sich Experten auch von erweiterten Aufgaben für die Pflegekräfte. "Nicht umsonst haben wir immer unterstützt, dass zunehmend Tätigkeiten aus dem medizinisch-ärztlichen Bereich auch von Pflegenden übernommen werden können", so Baum.

Mehr Einfluss erhoffen sich die Pflegenden durch die Einrichtung von Berufskammern in den Bundesländern und durch die Gründung einer Bundespflegekammer. Der Pflegeberuf müsse sich selbst organisieren können und endlich Augenhöhe mit anderen Gesundheitsberufen erreichen, fordern unisono Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (beide CDU) und Pflegeratspräsident Westerfellhaus. Vorreiter ist Rheinland-Pfalz, wo es seit dem 1. Januar 2016 eine Landespflegekammer gibt, die die berufsständischen Interessen der Pflegekräfte vertritt - ähnlich wie die Anwaltskammern oder die Landesärztekammern.

Entlastung für Angehörige

Der Sozialverband VdK verwies auch auf die schwierige Situation pflegender Angehöriger. Sie seien die wichtigste Säule im deutschen Pflegesystem und brauchten Entlastung, erklärte Präsidentin Ulrike Mascher. Notwendig seien etwa die rentenrechtliche Gleichstellung von Familienpflege- und Kindererziehungszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) forderte personelle Verbesserungen. Die regional unterschiedliche, aber quasi überall defizitäre Personalausstattung stelle die Pflege seit langem vor eine große Herausforderung und gehe zulasten der pflegebedürftigen Menschen sowie der beruflich Pflegenden. "Eine gute personelle Ausstattung ist eine wichtige Voraussetzung für eine weiterhin hohe Versorgungsqualität", betonte AWO-Vorstand Brigitte Döcker. Ähnlich äußerte sich die Diakonie. Deren Präsident Ulrich Lilie erklärte: "Die Menschen, die in unsere Pflegeheime kommen, werden immer älter, sind gebrechlicher und leiden häufiger an dementiellen Erkrankungen als früher. Die Pflege wird zeitaufwendiger, und darauf müssen wir reagieren." Die Personalschlüssel in der stationären Pflege müssten endlich an diesen neuen Bedarf angepasst werden.

Christoph Arens
(KNA)

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