Kondensstreifen am Himmel
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Bruder Paulus
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Kapuzinermönche
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In europäischen Frauenorden sinken die Mitgliedszahlen
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27.07.2018

Kapuzinermönch: Wie die Hitze im Ordensgewand erträglicher wird "Man fühlt sich wie im Backofen"

Die Hitze hat Deutschland fest im Griff. Der eine oder die andere greift morgens nach der kürzesten Hose und der leichtesten Bluse im Schrank, die Flip-Flops werden ausgepackt. Doch wie machen das eigentlich Ordensleute?

Wer Bruder Paulus sieht, mag ihn bei der Hitze nicht beneiden. Er trägt einen bodenlangen dunkelbraunen Habit mit langen Ärmeln und Kapuze. Der Kapuziner ist auch an heißen Tagen in seinem Ordensgewand unterwegs. Doch auch er hat seine Tricks, die Hitze zu überstehen. "Indem man möglichst wenig darunter anzieht", sagt Bruder Paulus Terwitte im domradio.de-Interview. Mit wenig meint der Kapuziner, dass er eine kurze Hose unter dem Gewand trägt und offene Sandalen ohne Socken.

Der braune Stoff mag im Winter angenehm sein, aber in der prallen Sonne ist die dunkle Farbe eher hinderlich - auch, wenn es eine Variante im leichteren Sommergewebe gibt. "Allerdings ist der Stoff aus Kunstgewebe. Man fühlt sich wie im Backofen", erklärt Bruder Paulus.

Luft unter das Gewand

Doch er trickst im Alltag. Auch in der Kirche weiß sich der Mönch zu helfen. Sitzend in der Kirchenbank zieht sich Bruder Paulus gerne den Habit etwas an den blanken Beinen hoch, so dass Luft unter das Gewand kommt. "Und wenn's gar nicht anders geht, dann mache ich den Laden auf. Dafür gibt es ein Häkchen. Das wird ausgehakt. Dann hängt so ein Teil vom Brustlatz einfach mal ganz leger zur Seite."

Da mag Bruder Paulus grade wohl ein bisschen neidisch nach Afrika gucken. Dort gebe es Habite in weiß, sagt der Ordensmann. "Da ist es ja Gang und Gäbe, dass es so warm ist."

Renardo Schlegelmilch, Melanie Trimborn
(DR)