Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten unterdrückt
In Myanmar leiden die Rohingya unter den Überschwemmungen

08.08.2015

Papst äußert sich zur Situation der Rohingya "Das nennt man Gewalt, das nennt man Töten"

Das muslimische Volk der Rohingya wird diskriminiert und verfolgt. Jetzt sind die Rohingya besonders von den Überschwemmungen in Myanmar betroffen. Papst Franziskus hat den Umgang mit ihnen kritisiert.

Papst Franziskus sagte bei einer Begegnung mit Jugendlichen im Vatikan, die Rohingya würden aus ihrer Heimat vertrieben und von Land zu Land gejagt. In ihrer Not flüchteten die Menschen über das Meer, doch in den Häfen gebe man ihnen nur einige Vorräte und schicke sie zurück auf See. "Das ist Krieg, das nennt man Gewalt, das nennt man Töten", sagte Franziskus. Der Papst sprach von den muslimischen Flüchtlingen als "unseren Brüdern".

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden Rohingya-Flüchtlinge immer wieder aus Häfen in Malaysia, Thailand und Indonesien vertrieben. In Myanmar leiden nun zehntausende von Ihnen unter den Überschwemmungen. Sie leben im Bundesstaat Rakhine unter schlechten Bedingungen. Myanmars Regierung versucht, Kritiker auf Distanz zu halten: Der Uno-Sondergesandten Yanghee Lee wurde nach eigenen Angaben ein Besuch in Rakhine verweigert.

Einreiseverbot und Gesprächs-Absage

Yanghee Lee, die die Menschenrechtslage im früheren Burma im Blick behalten soll, kritisierte auch, dass sie zwar zehn Tage in Myanmar habe bleiben wollen, ihr aber nur fünf zugestanden worden seien. Auch seien Treffen mit Gesprächspartnern kurzfristig abgesagt worden.

Behördenvertreter erklärten, die Uno-Sonderberichterstatterin habe wegen der extrem schlechten Wetterbedingungen den Rakhine-Saat nicht besuchen können. Dagegen betonte Yanghee Lee, das Einreise-Verbot sei bereits vor der Flutkatastrophe erlassen worden.

Unter erbärmlichen Bedingungen

In Rakhine an der Grenze zu Bangladesch kam es im Jahr 2012 zu einer von nationalistischen Buddhisten geschürten Gewaltwelle. 140.000 Menschen flohen und leben seitdem unter erbärmlichen Bedingungen in Camps. Die Rohingya sind in Myanmar nicht als ethnische Minderheit anerkannt, die Staatsbürgerschaft wird ihnen verweigert.

Wiederholt hatte die südkoreanische Uno-Sonderbeauftragte die Diskriminierung der muslimischen Volksgruppe und die mangelnden politischen Freiräume im Land kritisiert, zuletzt nach ihrem Besuch im Januar. Damals hatte ein führender ultra-nationalistischer Mönch sie als "Dirne" und "Schlampe" bezeichnet. Ihren Bericht zur Menschenrechtslage wird Lee den Vereinten Nationen im Oktober vorlegen, kurz vor den geplanten Wahlen in Myanmar am 8. November.

(KNA, dpa)

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