23.04.2013

Bundespräsident Gauck: Zuwanderer bereichern Deutschland Respekt und Neugier

Bundespräsident Joachim Gauck hat bei einer Einbürgerungsfeier in Saarbrücken dazu aufgerufen, Zuwanderer als Bereicherung für Deutschland zu sehen.

"Deutschland braucht Zuwanderer", sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag im Rahmen seines offiziellen Antrittsbesuches im Saarland. Manche ängstige, dass das Land durch Zuwanderung vielfältiger, aber auch unübersichtlicher geworden sei. "Was uns weiterbringt, sind Respekt und Neugier", sagte der Bundespräsident, der nach eigenen Angaben erstmals an einer Einbürgerungsfeier teilnahm.

"Die Botschaft, die mir am meisten am Herzen liegt, lautet: Dieses Land hat unsere Zuneigung verdient - und vor allem unser Zutun", sagte Gauck. Die Feier erinnere ihn an seine Freude, als er selbst Bürger der Bundesrepublik Deutschland wurde, "dankbar für die beglückende Erfahrung der Mitgestaltung". Die 17 Neubürger aus 14 verschiedenen Nationen ermutigte er, Verantwortung zu übernehmen - zum Beispiel bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag in einem halben Jahr. "Wir müssen voneinander erwarten könne, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten anstrengt, etwas aus seinem Leben zu machen und dabei auch das allgemeine Wohl im Blick behält", sagte das Staatsoberhaupt. Allerdings müssten sich auch Strukturen verändern, um Kindern gute Startchancen zu geben, deren Eltern dafür finanzielle Ressourcen oder Sprachkenntnisse fehlten.

Weiniger bunt

Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) würdigte die Teilnahme des Bundespräsidenten an der Einbürgerungsfeier als "ganz besondere Ehre". Die Regierungschefin erklärte, ohne Zuwanderung sei "unser Land ein gutes Stück weniger bunt und ein gutes Stück ärmer".

Der Bundespräsident setzte seinen zwölften Antrittsbesuch in einem Bundesland nach der Veranstaltung in der Saarbrücker Staatskanzlei mit einem Besuch des Weltkulturerbes Völklinger Hütte fort.

Anschließend wollte sich das 73 Jahre alte Staatsoberhaupt bei einer Besichtigung eines Stahlwerks in Dillingen über die Strukturen der Saar-Wirtschaft informieren. Am späten Nachmittag sollte der Bundespräsident zu Gast an der Universität des Saarlandes sein und am frühen Abend dort an einer Podiumsdiskussion mit Studierenden über "Die Zukunft Europas" teilnehmen.

 

(epd)