Treffen am Samstag: Papst Benedikt XVI. und Bischof Williams
Vergangenheit: Papst Benedikt XVI. und Bischof Williams

21.03.2013

Wichtige Erzbischöfe von Canterbury Hintergrund

An diesem Donnerstag wird Justin Welby (57) als 105. Erzbischof von Canterbury inthronisiert. Als Ehrenprimas der anglikanischen Weltgemeinschaft gehört er zu den wichtigsten Oberhäuptern der christlichen Welt. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) stellt die aus heutiger Sicht wichtigsten Erzbischöfe von Canterbury in der 1.400-jährigen Kirchengeschichte der britischen Inseln vor:

Hl. Augustinus von Canterbury (gest. 604/605)

Der erste Erzbischof der Sachsen und Angeln war ein römischer Benediktinermönch, den Papst Gregor der Große 597 an der Spitze von etwa 40 Ordensleuten aus Rom zu Mission auf die britischen Inseln sandte. Er wurde zum Apostel Englands und zum Stammvater des britischen Christentums.

Hl. Thomas Becket (1162-1170)

In einem von Machtkämpfen zwischen Krone und Kirche gekennzeichneten Jahrhundert wurde Erzbischof Thomas Becket zu einem der prominentesten Mordopfer des Mittelalters. Nicht bereit, die Übergriffe des Königs und des Thronfolgers auf kirchliche Rechte hinzunehmen, wurde er 1170 von Schergen des Königs in seiner Kathedrale getötet. Canterbury wurde in der Folge zum wichtigsten Wallfahrtsort Englands.

Thomas Cranmer (1533-1556)

Unter seinem Pontifikat in Canterbury vollzog sich der Bruch der englischen Kirche bzw. des Königs Heinrich VIII. mit Rom. Dieser brach 1533 mit dem Papst, weil Clemens VII. sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte Heinrich VIII. 1534 sich selbst ein. Der der Reformation nahestehende Cranmer vollzog den Bruch theologisch mit. Im Zuge des blutigen Rekatholisierungsversuchs von Mary Tudor wurde er 1556 als anglikanischer Märtyrer hingerichtet.

Geoffrey Fisher (1945-1961)

Gemeinsam mit Papst Johannes XXIII. (1958-1963) durchbricht der Freimaurer Fisher eine jahrhundertelange Mauer des Schweigens zwischen Rom und Canterbury. Sein Besuch in Rom ist die erste Begegnung der beiden Kirchenoberhäupter seit der Reformation.

Weltbekannt wurde Fisher durch die Fernsehübertragung der Krönung von Königin Elizabeth II. 1953. So vehement wie vergeblich versuchte er, die Wahl seines Nachfolgers Arthur Michael Ramsey zu verhindern, den er für zu theologisch und zu wenig politisch hielt.

Arthur Michael Ramsey (1961-1974)

Im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) entwickelt sich eine Kultur der theologischen Wiederannäherung und gegenseitiger Konsultationen. Ramsey, der 100. Erzbischof von Canterbury, gilt als der größte anglikanische Ökumeniker des 20. Jahrhunderts.

George Lord Carey of Clifton (1991-2002)

Ökumenisch aufgeschlossen, wurde Carey vor allem als Choreograph und geistlicher Begleiter der dramatischen Jahre des englischen Königshauses bekannt: 1997 leitete er den Trauergottesdienst für die tödlich verunglückte Lady Diana. Er befürwortete die Wiederheirat des Thronfolgers Charles mit Camilla Parker-Bowles und die historische Entscheidung der anglikanischen Kirche für die Ordination von Frauen Anfang der 90er Jahre.

Rowan Williams (2002-2012)

Intellektueller Hütehund der auseinanderdriftenden anglikanischen Weltgemeinschaft, hat der so intellektuelle wie liberale Waliser einen Platz als Märtyrer und unglückliche Figur der britischen Kirchengeschichte sicher. Sein wohlmeinender und unermüdlicher Einsatz für die anglikanische Kircheneinheit wurde von den auseinanderstrebenden Positionen entweder als Schwäche oder als Verrat evangelischer Prinzipien ausgelegt.