Generalvikar Prälat Tobias Przytarski
Generalvikar Prälat Tobias Przytarski

05.02.2013

Erzbistum glaubt an Erfolg geplanter katholischer Fakultät in Berlin Herausforderung Hauptstadt

Das Erzbistum plant die Einrichtung einer katholischen Fakultät in Berlin. Die Hauptstadt sei ein interessanter Studienstandort, so Generalvikar Tobias Przytarski im domradio.de-Interview – auch zur Auseinandersetzung mit Atheismus.

domradio.de: Sie planen eine katholische Fakultät in Berlin - katholische Theologie studieren kann man hier aber bereits?

Przytarski: Wir haben ein Seminar für katholische Theologie an der Freien Universität - das ist aber kein Vollstudium. Und es gibt auch andere Institutionen, wo katholische Theologie gelehrt oder geforscht wird. Aber vom Umfang her ist es eben nicht mit einer richtigen katholischen Fakultät zu vergleichen. Es sind viele einzelne kleinere Institutionen. Und das genügt nach unserer Ansicht nicht.

domradio.de: Auf der einen Seite gibt es zu wenige Bewerber für das Priesteramtsstudium, auf der anderen wagen Sie nun diesen Vorstoß. Wie geht das zusammen?

Przytarski: Ich bin sehr optimistisch, dass ein Studienstandort Berlin für viele Lehrende wie Lernende ausgesprochen interessant und attraktiv ist. Deswegen habe ich da eigentlich keine Sorgen, dass wir genügend Leute zusammenbekommen.

domradio.de: Warum ist Ihnen die Präsenz in einer Metropole wie Berlin so wichtig?

Przytarski: Zum einen ist es die deutsche Hauptstadt. Hier kommt alles zusammen, was politische und gesellschaftliche Entscheidungen betrifft. Die Medien ballen sich in Berlin. Und auf dem Gebiet der katholischen Theologie haben wir nicht die Präsenz, die wir für den Dialog mit der Gesellschaft brauchen. Auf der anderen Seite muss man sehen: Wir haben unglaublich viele soziale Einrichtungen hier. Auch da ist eine Präsenz von katholischer Theologie durchaus sinnvoll. Und wir dürfen nicht vergessen: Berlin ist auch die deutsche Hauptstadt des Atheismus. Auch da muss irgendeine Form der Auseinandersetzung auch auf wissenschaftlicher Ebene stattfinden. Das können wir mit den bisherigen Institutionen so nicht ausreichend leisten.

domradio.de: Was wünschen Sie sich für die Entwicklung in der Zukunft?

Przytarski: Soweit denken wir noch gar nicht. Wir prüfen im Moment erst einmal, wie die Bedingungen sind, ob wir die Bedingungen überhaupt erfüllen können. Ob sich dann daraus mehr entwickelt, können wir aber zur gegenwärtigen Situation nicht gar nicht sagen.

Das Gespräch führte Verena Tröster.

(dr)