31.01.2013

Salesianer erinnern weltweit an 125. Todestag Don Boscos Jugendlichen eine Chance geben

Der italienische Priester und Gründer der Salesianer starb am 31. Januar 1888, vor 125 Jahren. Daran wollen die weltweit rund 17.000 Mitglieder des Ordens das ganze Jahr über erinnern.

Rhythmisch klatschen die Menschen in der Bonner Pfarrei Sankt Winfried zum Schlusslied in die Hände, die Strophen des "Don Bosco-Liedes" werden zuerst auf Deutsch, dann auf Englisch und zum Schluss auf Spanisch gesungen. Mit dem Gottesdienst in der von Geistlichen aus dem Orden der Salesianer betreuten Gemeinde im ehemaligen Regierungsviertel der Bundesstadt geht das diesjährige "Don Bosco Forum" zu Ende. Rund 300 Menschen nahmen zum Namenstag von Johannes Bosco daran teil.

Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Inzwischen sind die Salesianer in 132 Ländern aktiv und erreichen 16 Millionen Mädchen und Jungen. Das Anliegen Don Boscos, die Heranwachsenden ernst zu nehmen, ihnen eine Stimme zu geben und eine Möglichkeit, ihr Leben selbst zu gestalten, ist auch heute wichtig: für Sozialprojekte in Berlin-Marzahn genauso wie für die Bildungsarbeit im afrikanischen Swasiland. Das Konzept geht auf, vor allem, weil es sich an alle Jugendlichen richtet - an die, die noch nie einen Fuß in eine Kirche gesetzt haben genauso wie an den Ministranten aus katholischem Elternhaus.

Wer aber sind die Menschen, die sich für die Ideale Don Boscos engagieren? Da ist zum Beispiel Pater George Menamparampil aus Indien, der auf dem Bonner "Don Bosco Forum" über die Landflucht in seiner Heimat spricht. Viele Menschen suchten ihr Glück in den überfüllten Großstädten, berichtet der Ordensmann. Ein Grund: Bildung und Arbeit sind in den ländlichen Gebieten Mangelware. Eine Folge: Viele Familien landen in den Elendsvierteln der «Megacities», die Kinder sind dort Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

"MC George", wie Pater Menamparampil liebevoll genannt wird, setzt dagegen. "Wir Salesianer wollen Kindern und Jugendlichen eine Zukunft geben, die sonst keine Chance haben." Sein Outfit verrät, dass es dabei nicht nur um Seelsorge und Wissensvermittlung in den Schulen geht: Mit seinen Sportschuhen sieht er so aus, als ob er mit seinen Schützlingen auch schon das ein oder andere Fußballspiel bestritten hat.

Auch politisch aktiv

Das Thema des Bonner Forums "Stadt Land Flucht - Jugendliche suchen ihren Platz" ist nicht nur auf ferne Weltgegenden beschränkt, wie eine andere Initiative der Salesianer zeigt. Mit einem offenen Brief an Europaabgeordnete macht der Orden gegen die geplante EU-Aufnahmerichtlinie mobil. Die Unterzeichner kritisieren, dass die Richtlinie der Inhaftierung von minderjährigen Asylanten Vorschub leistet.

Über die Situation junger Menschen in aller Welt haben in Bonn 30 Jugendliche aus 11 Nationen diskutiert. Zu der Jugendkonferenz waren Ehrenamtliche aus Salesianer-Einrichtungen rund um den Globus eingeladen. Lizet Rodriguez Raossel und Ross Parra Pena aus Peru sind sich einig: "Wir haben viel gelernt und gemerkt, dass jedes Land neben Problemen auch Vorzüge hat." Beide arbeiten in ihrer Freizeit seit Jahren mit benachteiligten Jugendlichen zusammen. Für Lizet eine Ehrensache: "Schon mein Vater hat bei den Salesianern mitgeholfen."

Das Erbe Don Boscos bleibt lebendig. Dafür steht auch eine ganz besondere Aktion. Seit 2009, dem 150. Gründungstag der Salesianer, reist eine große Statue mit einer Reliquie des Geistlichen, der 1934 heiliggesprochen wurde, um die Welt. Zum "Don Bosco Forum" machte sie in Bonn Station. Enden soll diese Pilgerfahrt der etwas anderen Art im Jahr 2015, dem 200. Geburtstag von Johannes Bosco.

Barbara Mayrhofer
(KNA)