12.01.2013

Baumeister: Schatzkammer von Kölner Dom nicht mit U-Bahn-Tunnel verbunden "Kein Kontakt"

Der Kölner Dom selber verantwortlich für die Erschütterungen der Kathedrale? Wurde die Schatzkammer der Kathedrale direkt an den U-Bahn-Tunnel gebaut? Dombaumeister Michael Hauck weist einen entsprechenden Medienbericht zurück.

Es gibt keine Verbindung, sagte Hauck der Katholischen Nachrichten-Agentur. Er sowie Vertreter von Stadt und Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) hätten an diesem Freitag wie vereinbart die Baupläne von U-Bahn und Dom ausgetauscht und studiert. Dabei sei festgestellt worden, dass es keinen Kontakt gebe.

Die "Bild"-Zeitung hatte unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten "Insider" berichtet, dass die Fundamente der Domschatzkammer direkt an die U-Bahn-Tunnelwand von 1968 gebaut worden seien und es deshalb eine Schallbrücke gebe. Seit Eröffnung der U-Bahn-Linie 5 in der Vorweihnachtszeit sind Erschütterungen in der Kathedrale festzustellen. Domkapitel, Stadt und KVB einigten sich auf weitere Untersuchungen und Maßnahmen gegen die Erschütterungen. In einem ersten Schritt wurde die Geschwindigkeit der Bahnen von 30 auf 20 Stundenkilometer gesenkt.

Nach den Worten von Hauck kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass es tatsächlich eine Schallbrücke zwischen U-Bahn-Tunnel und Schatzkammer gibt. Dafür könne beim U-Bahn-Bau eingebrachtes und verdichtetes Füllmaterial verantwortlich sein. Die Untersuchungen des von der KVB eingesetzten Schallgutachters seien abzuwarten und dann Dämpfungsmaßnahmen zu planen.

Schwingungen am Dom

Am Mittwoch waren das Domkapitel, die Stadt Köln und die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) mit der Meldung an die Öffentlichkeit gegangen, dass der Betrieb der neuen U-Bahnlinie 5 das Wahrzeichen der Stadt in Schwingung bringt. Zwar ganz leicht nur, aber immerhin.

Auch Geräusche sind zu hören, wenn alle fünf Minuten eine Bahn unterirdisch auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Historischen Rathaus ganz nah an der Kathedrale vorbeifährt. Es sei nicht absehbar, welche Schäden sich durch den Betrieb der modernen U-Bahn an dem Weltkulturerbe ergeben, hieß es.

 

(KNA, dr)