05.12.2012

Philippinische Kirche ruft zu Hilfe für Taifunopfer auf Hohe Opferzahlen nach Wirbelsturm

Die katholische Kirche der Philippinen hat zu Hilfen für die Opfer des Wirbelsturms Bopha aufgerufen. Allein in den beiden Diözesen Tandag und Surigao an der nordöstlichen Küste Mindanaos sind 30.000 Menschen vor dem Taifun geflohen. Im domradio.de-Interview spricht Frank Kraus, der Leiter der Missio-Auslandsabteilung über das Ausmaß der Naturkatastrophe.

Die Menschen in den 35 Evakuierungszentren benötigten dringend Nahrungsmittel, Trinkwasser und Kleidung, sagte ein Sprecher der Diözese Tandag laut einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Philippinischen Bischofskonferenz. Mit ersten Hilfslieferungen seien bereits einige Tausend Menschen mit dem Nötigsten versorgt worden. Auch die Diözesen Surigao sowie Mati in der Provinz Davao Oriental riefen zu Spenden für die Taifunopfer auf. Die Betroffenen benötigten zudem dringend Medikamente, hieß es.

Frank Kraus von Missio warnte im domradio.de-Interview vor erheblichen Ernteausfällen im kommenden Jahr. Die Menschen in den betroffenen Gebieten seien auf längerfristige Hilfen angewiesen. Zunächst gelte es aber vor Ort die Wassermassen und die Reste Schlammlawinen zu beseitigen.

Taifun Bopha war am Dienstag über Teile von Mindanao sowie die philippinische Inselgruppe der Visayas hinweggezogen. Laut örtlichen Medien stieg die Zahl der Toten bis zum frühen Abend auf 267.

Hunderte Menschen werden noch vermisst. Tausende seien durch den Wirbelsturm obdachlos geworden, hieß es. Staatspräsident Benigno Aquino stellte den betroffenen Regionen am Mittwoch finanzielle Hilfen in Höhe von umgerechnet 150 Millionen Euro zur Verfügung. Erst vor einem Jahr hatte Taifun Washi Tod und Zerstörung nach Mindanao gebracht. Mehr als 1.000 Menschen kamen ums Leben.

Vertreter von Behörden und Militär vermuteten am Mittwoch noch Hunderte Vermisste unter den Schlammlawinen. Die meisten Opfer seien durch Erdrutsche und Überschwemmungen ums Leben gekommen. Nach Angaben des philippinischen Zivil- und Katastrophenschutzes wurden mindestens 87.000 Bewohner in Notunterkünften untergebracht.

Derweil versuchten Rettungs- und Sicherheitskräfte, besonders schwer betroffene Gebiete mit Hubschraubern zu erreichen. Der Tropensturm zerstörte Häuser und Teile der Infrastruktur. In vielen Regionen fiel der Strom aus. Auch wurden etliche Ackerflächen zerstört. "Bopha" war am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von etwa 210 Stundenkilometern im Osten der südlichen philippinischen Insel Mindanao auf Land getroffen.

Die Philippinen haben regelmäßig mit den Folgen von Naturkatastrophen zu kämpfen. Mit seinen etwa 7.000 Inseln gehört das südostasiatische Land zu den ersten, die von den vom nördlichen Pazifik heran nahenden Taifunen getroffen werden. "Bopha" gilt als der schwerste der insgesamt 16 Stürme, die allein in diesem Jahr auf die Philippinen trafen. Beim Taifun Washi kamen auf den südlichen Philippinen Ende vergangenen Jahres mindestens 1300 Menschen ums Leben.

 

(KNA)