16.01.2012

Auch Kardinal Meisner warnt vor einer Selbstsäkularisierung der Kirche Aus dem Logbuch des Papstes

Seit dem Papstbesuch wird in Deutschland die Forderung Benedikt XVI. nach einer "Entweltlichung der Kirche" diskutiert. Auch der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner erkennt "weltliche Strukturen" und sagt: "Eine solche Kirche erstickt an sich selbst."

Beim Neujahrsempfang des Diözesanrats im Erzbistum Köln am Sonntag sagte Kardinal Meisner, der Papst habe der Kirche in Deutschland "Dinge ins Logbuch geschrieben, die wichtig sind und zur Revitalisierung der Kirche beitragen sollen". Die Forderung nach einer Entweltlichung der Kirche sei ein zentrales Anliegen gewesen.

Denn heute drohe "eine Selbstsäkularisierung der Kirche, die darin besteht, dass sie so sehr in ihren Strukturen Welt wird" und "dass ihre Akteure Spezialisten und nicht mehr Zeugen sind". Es gebe weltliche Strukturen in der Kirche, die die Kirche zur Welt machten. "Wenn ihre Mitarbeiter sich nur noch als Spezialisten auf ihrem weltlichen Gebiet sehen, dann sind sie für ihren kirchlichen Dienst nicht geeignet, andernfalls würde sich die Kirche selbst überflüssig machen."

"Selbst wenn sie nach Weihrauch riecht"
Die Welt brauche keine Kirche, die selbst zur Welt geworden ist, "selbst wenn sie nach Weihrauch riecht". Eine solche Kirche ersticke an sich selbst. Hier sei nicht die lebendige Beziehung zum lebendigen Gott gemeint, "sondern, dass man über die weltlichen kirchenpolitischen Themen Bescheid weiß und dann mitreden kann: also Aufhebung des Zölibats, Priesterweihe der Frau, wiederverheiratete Geschiedene - und wie die Themen alle heißen." Eine solche Kirche verliere jede Faszination, denn sie sei der Gestalt ihrer Welt angeglichen.

Es sei ein Irrglaube zu meinen, die Mahnung des Papstes "Kehrt der Welt den Rücken und lasst die Welt Welt sein", bedeute, die Kirche gehe nun in ihre Sakristei und ihre Kirchenräume und zelebriere sich dort selbst. Genau das Gegenteil sei der Fall, so der Kölner Erzbischof.

"Bei euch aber soll es nicht so sein"
Wo nicht das Heil der Menschen, sondern die Finanzen letzte Wege und Ziele diktierten, verliere die Kirche sich selbst. Ein Amt oder eine Aufgabe in der Kirche sei immer Dienst. "Wo stattdessen die Aussicht auf großzügige Gehälter, gesellschaftliches Ansehen oder politischen Einfluss locken, pervertiert sich der Sinn der Kirche in sein Gegenteil."

"Bei euch aber soll es nicht so sein": Dieses Prinzip des Kontrastes zwischen kirchlichem und weltlichem Wirken habe Christus selbst gelehrt und gelebt, so Meisner weiter: " Wenn kirchliches Tun und Leiten nicht mehr von den Strukturen der freien Wirtschaft oder der Politik zu unterscheiden sind, machen wir den Herrn selbst mundtot. Diese Liste von Beispielen ließe sich mühelos fortsetzen."

Schon im Pontifikalamt zuvor hatte der Kardinal an die Laien appelliert: "Redet nicht dauernd darüber, wie es mit der Kirche weiter gehen soll, sondern legt Hand an!" Meisner beklagte, Gruppen und Gremien seien nur noch ein "Klotz am Bein der Expeditionsbewegung", wenn sie ohne Ideen agierten, nichts bewegten, wenn sie keine Verantwortung mehr trügen.

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