Auf Augenhöhe: Erzbischof Zollitsch und ZdK-Präsident Glück
Auf Augenhöhe: Erzbischof Zollitsch und ZdK-Präsident Glück

19.11.2011

Bischöfe kritisieren die ZdK-Forderung nach einem Frauendiakonat Dialogprozess in Gefahr?

Das Katholikenkomitee macht sich für das Frauendiakonat stark, ein entsprechendes Papier verabschiedete die Herbstvollversammlung am Freitag. Die Bischofskonferenz sieht in der Forderung eine "erhebliche Belastung" für den innerkirchlichen Dialog.

Ein solches Verlangen sei "mit den weltkirchlich verbindlichen theologischen Überzeugungen und Festlegungen nicht vereinbar", erklärte der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, am Freitag.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, habe dazu ermutigt, dass es keine Denkverbote im Gesprächsprozess geben solle, führte Langendörfer aus. "Durch die Beschlussfassung des ZdK aber wird Druck aufgebaut, der dem Gesprächsprozess abträglich ist." Er bedauere die entsprechende Forderung des ZdK.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, wies am Samstag (19.11.2011) die Kritik der zurück. "Es ist unsere Aufgabe, solchen Anliegen eine Stimme zu geben", sagte Glück bei der Vollversammlung des Laiengremiums am Samstag in Bonn. Die Deutsche Bischofskonferenz gehe mit ihrer Kritik hinter längst erreichte eigene Positionen zurück. Denn bereits vor 30 Jahren hätten die deutschen Bischöfe selbst eine theologische Prüfung des Frauendiakonats angeregt. "Deshalb sollten wir argumentativ an dieser Thematik weiterarbeiten", so Glück.

Papier verabschiedet
Am Freitag hatte das ZdK auf seiner Herbstvollversammlung in Bonn nach intensiver Debatte eine Entschließung verabschiedet, in der sie die Öffnung des Diakonats für Frauen verlangen. Zudem riefen die Delegierten katholische Gläubige auf, dem Netzwerk "Diakonat der Frau" beizutreten. Das Diakonat ist das unterste katholische Weiheamt.

Diakonische Arbeit werde auf vielfältige Weise von Frauen geleistet. "Deshalb sind auch Frauen als Diakoninnen unverzichtbar", heißt es in dem Papier. Der Text war bereits auf der Frühjahrsvollversammlung des höchsten Gremiums der katholischen Laien in Deutschland in Erster Lesung beraten worden, wurde dann aber noch einmal in Überarbeitung gegeben.

Insgesamt müssten in der Kirche "noch erhebliche Schritte zu einem gerechten Miteinander zwischen Männern und Frauen getan werden", bilanziert das Papier mit dem Titel "Für ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Frauen und Männern in der Kirche". Dafür brauche es die Veränderung von "Mentalitäten und Strukturen". Mit Blick auf Forderungen nach einer Priesterweihe für Frauen tritt das ZdK dafür ein, "das Gespräch über die Ämterfrage weiterzuführen, die theologische Debatte offen zu halten und die jeweiligen Positionen zu hören, zu verstehen und aufzugreifen". Für das Papier stimmten 129 Delegierte bei 16 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen.

Die Delegierten setzen sich bei der Zulassung von Frauen zu "Diensten und Ämtern des gemeinsamen Priestertums" für eine "konsequente Umsetzung des rechtlich bereits Möglichen" ein. Es gehe um die Erhöhung des Anteils von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert seien.

Generell bezeichnete das ZdK den Frauenanteil bei Führungspositionen in den Bistümern als "immer noch viel zu gering". Die "vielfach geübte Praxis", kirchliche Dienste und Ämter, die nicht den Empfang des Weihesakraments voraussetzen, dennoch ausschließlich mit Priestern zu besetzen, müsse revidiert werden. Frauen und Männern sollten dabei die gleichen Chancen der Mitwirkung eingeräumt werden. Dies gelte insbesondere im Finanzbereich der Bistümer. Hier müsse "bei den Finanzentscheidungen auf allen Ebenen eine paritätische Beteiligung von Frauen und Männern" angestrebt werden.

Weiter setzt sich das ZdK für eine Förderung von Frauen in Forschung und Lehre ein. "Wissenschaftlich arbeitende Theologinnen tragen zum Fortschritt und Erkenntnisgewinn in der Theologie Wichtiges bei", betont das Forderungspapier. Das Laiengremium unterstütze Zusammenschlüsse von Theologinnen und Theologen, die die wissenschaftliche Arbeit der Frauen stärkten.  

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