Kirche in Afrika

Stichwort

Die Situation der katholischen Kirche in den Ländern Afrikas ist je nach Region und Staat sehr unterschiedlich. Im vom Islam geprägten Norden des Kontinents sind Katholiken zumeist eine kleine Minderheit. Südlich der Sahara ist der Anteil an der Gesamtbevölkerung höher, variiert aber in den einzelnen Staaten stark.

 (DR)

Angola, der Kongo, Gabun oder Lesotho haben einen katholischen Bevölkerungsanteil von etwa 50 Prozent; in Burundi bekennt sich eine deutliche Mehrheit zum Katholizismus. In einigen Staaten, etwa Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, gibt es teils blutige Zusammenstöße zwischen islamisch und christlich geprägten Ethnien. Dies hat jedoch zumeist nicht nur religiöse, sondern auch soziale, wirtschaftliche und politische Hintergründe.



Insgesamt sind nach Angaben des kirchlichen statistischen Jahrbuchs von 2009 rund 179 Millionen der 993 Millionen Afrikaner Katholiken. Das entspricht rund 18 Prozent der Bevölkerung. 1900 lag diese Zahl noch bei lediglich 1,9 Millionen. Die Zahl der Katholiken wächst in Afrika doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Wie aus dem Päpstlichen Jahrbuch 2009 hervorgeht, stieg sie dort zuletzt um 3 Prozent, in Europa dagegen um 0,8 Prozent.



In Nordafrika kann die Kirche auf eine lange Geschichte zurückblicken. Dort lebten schon in den ersten Jahrhunderten Christen. Ab dem 8. Jahrhundert wurde das Christentum jedoch dort vom Islam weitestgehend verdrängt. Südlich der Sahara begannen erste Missionierungen im 15. und 16. Jahrhundert; weitere und erfolgreichere folgten im 19. Jahrhundert. Allerdings wurde die christliche Mission durch das oftmals gewalttätige Vorgehen westlicher Nationen in der Epoche des Kolonialismus überschattet. Seit den Unabhängigkeitsbewegungen afrikanischer Länder nach dem Zweiten Weltkrieg wird die einheimische Bevölkerung verstärkt in die Missionsarbeit einbezogen.



1994 und 2009 fanden im Vatikan zwei Sondersynoden für Afrika statt. Das Abschlussdokument des Bischofstreffens von 2009 unterzeichnet und übergibt Papst Benedikt XVI. am Wochenende bei seinem Besuch im westafrikanischen Benin.