11.11.2011

Die Kirchen standen Pate bei der Gründung des BMZ "Hohes Vertrauen auf beiden Seiten"

Zu den Geburtshelfern des Entwicklungsministeriums (BMZ) gehören auch die Kirchen. Als das BMZ vor 50 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, standen ihre Hilfswerke Pate. Sie hatten über die Arbeit der damals rund 8.000 Missionare in Asien, Afrika und Lateinamerika Erfahrung im Aufbau von Schulen, Krankenhäusern und Sozialstationen.

Für die junge Bundesrepublik waren die Kirchen ein natürlicher Ansprechpartner. So beschloss das Kabinett Konrad Adenauer (CDU) 1961, den Kirchen 100 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen, und zwar "a-fonds-perdu", also ohne Rückzahlungsverpflichtung.

Für die Qualität kirchlicher Entwicklungshilfe spricht, dass dieser Vertrauensvorschuss bis heute anhält, gleich welche Partei den Minister stellt. Auch der amtierende Ressortchef Dirk Niebel (FDP) schätzt die Bedeutung der Kirchen als "ganz wichtig" ein. So erhöhte er ihre Mittel allein im vergangenen Jahr von 210 auf rund 230 Millionen Euro. Katholische und evangelische Kirche teilen sich diese Zuwendungen, die sie zusätzlich zu ihren Spenden erhalten.

Respektvoller Umgang
Über die Verwendung entscheiden sie völlig unabhängig. "Ein Zeichen für das hohe Vertrauen auf beiden Seiten", meint Niebel gegenüber der KNA. Der Geschäftsführer für internationale Zusammenarbeit des katholischen Entwicklungshilfswerks Misereor, Martin Bröckelmann-Simon, bestätigt den "respektvollen Umgang". Die Arbeitsbeziehungen seien nicht nur "offen und fair"; auch "andere Einschätzungen werden ernst genommen".

Eine Bedingung gibt es allerdings: Die staatlichen Gelder dürfen nicht zur Verkündigungszwecken verwendet werden. Für eine ordnungsgemäße Verwendung und einen Rechenschaftsbericht stehen die Katholischen und der Evangelischen Zentralstellen für Entwicklungshilfe gerade. Sie verteilt die Mittel an die verschiedenen Werke wie Brot für die Welt auf evangelischer Seite sowie Misereor, Caritas International und Renovabis auf katholischer. Renovabis unterstützte etwa mit den 5,4 Millionen Euro
2011 das kirchliche Schulwesen im Kosovo und in Albanien, sowie soziale Hilfe für Witwen und Waisen oder Aidskranke in Osteuropa.

Der Staat schätzt an kirchlicher Arbeit vor allem, dass sie - anders als staatliche Durchführungsorganisationen - unmittelbar auf die einheimische Bevölkerung in den Geberländern setzt - beispielhaft für das Prinzip der "Ownership", der Eigenverantwortung. "Wir führen selbst keine Projekte durch", so Bröckelmann-Simon, "die Verantwortung liegt in den Händen unser 2.500 Partner". Das heißt auch, dass die Ortskirche zustimmen muss. Wesentlich ist für Bröckelmann-Simon ein weiterer Aspekt: "unsere Spiritualität als Motivation für das Handeln."

Option für die Armen
Im Mittelpunkt steht die "Option für die Armen", so der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle, Prälat Karl Jüsten. Staatliche Aktivitäten sind demgegenüber stärker von politischen Rahmenbedingungen bestimmt, vom Kalten Krieg bei der Gründung des BMZ bis zum Antiterrorkampf in Afghanistan, von der Globalisierung bis zur Klimapolitik. Die Kirchen sind aber nicht apolitisch. Im Gegenteil, sie verstehen sich als "Lobbyisten für die Armen und Benachteiligten", sagt Jüsten. Außerdem seien "viele Impulse der katholischen Soziallehre" in die Entwicklungszusammenarbeit eingeflossen.

Beispielhaft ist das Engagement für Fairen Handel oder die Entschuldungskampagne. Sie mündete auf dem Kölner G8-Gipfel 1999 in die Entschuldung armer Entwicklungsländer. Das überwölbende Anliegen bilden derzeit die Millenniumsentwicklungsziele, zu denen die Halbierung der Zahl der Armen und Grundbildung für alle Menschen gehören. Durch ihre Unabhängigkeit können die Hilfswerke den Bedürftigen selbst in Ländern beistehen, in die aus politischen Gründen keine staatliche Hilfe mehr gelangt, wie Nordkorea oder Simbabwe.

Die Kirchen haben noch einen weiteren Pluspunkt: ihre Vernetzung in der einheimischen Bevölkerung. Für Niebel sind sie damit wichtige "Multiplikatoren" bei seinem Bestreben, die Zivilgesellschaft noch stärker für Entwicklungspolitik sensibilisieren.

Christoph Scholz

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