04.11.2011

Tagung zum evangelisch-katholischen Dialog Geduld

Der lutherische Ökumene-Experte, Landesbischof Friedrich Weber, hat für Beharrlichkeit und Geduld im evangelisch-katholischen Miteinander geworben. Schnelle und spektakuläre Durchbrüche seien auch in naher Zukunft nicht zu erwarten. Zugleich empfahl der Braunschweiger Bischof, die Suche nach einem "differenzierten Konsens" zwischen den Kirchen unbeirrbar fortzuführen.

Auf einer gemeinsamen Tagung der konfessionellen Bünde von lutherischen und unierten Kirchen am Samstag in Magdeburg berichtete der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) über den Stand der Ökumene. Dabei ging er ausführlich auf den Papstbesuch in Deutschland und weitere Entwicklungen in der Ökumene ein.

"Wer ins Kernland der Reformation zu einer zentralen Lutherstätte fährt und dort schweigt, der nimmt Irritationen billigend in Kauf", bilanzierte Weber die ökumenische Begegnung in Erfurt. Dass der Papst kein Wort zur Eucharistie gesagte habe, die sich viele konfessionsverschiedene Paare in Deutschland wünschten, bezeichnete der Ökumene-Experte unter Beifall als eine vertane Chance.

Auch sei Erfurt von Benedikt XVI. nicht genutzt worden, um die römisch-katholische Sicht der reformatorischen Kirchen weiter zu präzisieren. Zugleich räumte Weber ein, dass manche Erwartungen von evangelischer Seite vor dem Papstbesuch ungemessen gewesen seien.

"Einheit lässt sich nicht aushandeln"
Zu der Papst-Äußerung, dass er keine ökumenischen Gastgeschenke bringen könne, sagte Bischof Weber: "Einheit lässt sich nicht aushandeln." Gemeinschaft wachse durch ein vertieftes Hineindenken in den Glauben. "Doch zugleich darf die jeweils andere Konfession nicht von vorneherein unter dem Verdacht stehen, den Glauben verdünnen zu wollen. "Es bestehe dann die Gefahr, dass das Verharren in "liebgewonnenen konfessionellen Positionen" mit dem "treuen Festhalten an der Wahrheit" verwechselt werde, betonte Weber.

"Dem Papst war auf seinem Deutschlandbesuch immer wieder die Sorge abzuspüren, dass in den säkularen, westlichen Staaten der Gottesglaube verloren geht", sagte Bischof Weber. Doch aus Angst vor Anpassung an den Zeitgeist dürften weder der innerkatholische Dialogprozess noch eine weitere Annäherung zwischen den Kirchen in ferne Zukunft verschoben werden. Wenn der ökumenische Dialog von der kirchlichen Wirklichkeit abgetrennt würde, würde dies den Kirchen Schaden zufügen, gab der Catholica-Beauftragte zu bedenken.

Als positive Impulse für die Ökumene nannte Weber das Jahr der Taufe im Rahmen der Lutherdekade, das am Reformationstag zu Ende ging, sowie den ökumenischen Umgang mit den Lübecker Märtyrern der NS-Zeit. In einem Grußwort hatte zuvor der Magdeburger katholische Bischof Gerhard Feige gesagt, in der Frage nach Gott könnte Martin Luther für katholische und evangelische Christen ein Beispiel sein. Er erinnerte daran, dass in Magdeburg 2007 die beiden großen und neun weitere christliche Kirchen eine Erklärung über die wechselseitige Anerkennung der Taufe unterzeichnet hatten.

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