04.11.2011

Gerhard Ulrich wird neuer leitender Bischof der VELKD Freundliche Stimme der Lutheraner

Er ist nordisch-kühl und lutherisch-engagiert: Gerhard Ulrich ist neuer Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. Die lutherische Generalsynode wählte den nordelbischen Bischof am Freitag in Magdeburg zum Nachfolger von Johannes Friedrich.

An diesem Freitag wurde der 60-Jährige bei der in Magdeburg tagenden Generalsynode der VELKD in das neue Amt gewählt. "Ich möchte eine freundliche, werbende Stimme der Lutheraner sein", sagte im Vorfeld der verheiratete Vater von vier erwachsenen Söhnen. "Ich will die Identität der lutherischen Landeskirchen positiv beschreiben."

Gerhard Ulrich wuchs als Sohn eines Polizeibeamten in Hamburg auf. Zunächst studierte er Germanistik, Theaterwissenschaften und Schauspielkunst, ab 1974 Evangelische Theologie an der Universität Hamburg. 1981 wurde er im Dom zu Lübeck von Bischof Ulrich Wilckens ordiniert. Nach Pfarrstellen in Schleswig-Holstein und Hamburg arbeitete der Theologe zwischen 1987 und 1990 als hauptamtlicher Mentor zur Vikars-Ausbildung in der Region Schleswig, anschließend als Direktor des Prediger- und Studienseminars der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Preetz. Von 1996 bis zu seiner Bischofswahl im Jahr 2008 war er Propst des Kirchenkreises Angeln und ab 2003 auch Mitglied der Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche.

"Auch innerhalb des Protestantismus Unterschiede"
Die VELKD hat aus Sicht Ulrichs ihre Stärken vor allem im theologischen Bereich. Sie diene der inhaltlichen Profilierung von Kirchengemeinden und Landeskirchen und wahre die lutherischen Bekenntnisse. "Ihre Stärke sind etwa die Agenden und die liturgischen Entwürfe", betont Ulrich, der auch der Gemeinsamen Kirchenleitung der geplanten Nordkirche vorsteht. Wo es eine Zusammenarbeit mit der Union Evangelischer Kirchen (UEK), dem Dachverband der unierten und der reformierten Landeskirchen in der EKD, geben kann, soll es sie geben - etwa beim Bericht des Catholica-Beauftragten der VELKD, den schon auf der letzten Synode Vertreter beider Kirchenbünde gemeinsam hörten.

Aber die von der UEK für sich vorstellbare Selbstauflösung schließt Ulrich für die VELKD klar aus. "Dass es auch innerhalb des Protestantismus Bekenntnisunterschiede gibt, haben wir zuletzt gesehen, als sich der Rat der EKD dagegen ausgesprochen hat, die Confessio Augustana zu einem Bekenntnis der EKD zu machen", sagt Ulrich. "Auch deswegen braucht es die VELKD." Doch Ulrich befürwortet das sogenannte "Verbindungsmodell", nach dem die beiden konfessionellen Bünde in der EKD eng zusammenarbeiten.

"Reformationsjubiläum und kein Lutherjubiläum"
Daneben sieht der Theologe auch mit dem Jubiläumsjahr 2017 zahlreiche Aufgaben auf die VELKD zukommen. Er wolle daran mitwirken, dass "da ein Reformationsjubiläum draus wird, und kein Lutherjubiläum", sagt Ulrich, der das Fest zudem als "Chance" sieht, "die Grundlagen der Reformation zu reflektieren". Persönlich freue er sich auch auf Begegnungen mit Menschen wie dem katholischen Ökumene-Bischof Gerhard Ludwig Müller, auch wenn dieser in den vergangenen Jahren immer wieder gegen die Protestanten gestichelt habe. "Ich möchte Bischof Müller für das Reformationsjubiläum gewinnen, denn ich halte ihn für einen exzellenten Kenner der Theologie Martin Luthers."

Zudem sei die Ökumene mit der römisch-katholischen Kirche schon lange ein Grundanliegen der VELKD: Eine Begegnung, die ihre Kirchenleitung im Januar mit Papst Benedikt XVI. und dem vatikanischen Ökumene-Beauftragten, Kardinal Kurt Koch, in Rom hatte, sei signifikant positiver verlaufen, als das Ökumenetreffen beim Papstbesuch in Erfurt. "Ich freue mich auf das Gespräch mit der katholischen Kirche und bin gespannt, wie man dort ein neues Verständnis der Theologie Luthers entwickeln will." Dass die Ökumene mit den anderen Kirchen, etwa der Altkatholischen Kirche oder der "Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche" (SELK), dabei nicht aus dem Blick geraten darf, ist Gerhard Ulrich in diesem Zusammenhang besonders wichtig.

Benjamin Lassiwe

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