16.08.2011

Erzbischof Thissen kritisiert erneut Politik Mitschuld an EU-Krise

Der Hamburger katholische Erzbischof Werner Thissen sieht die "Idee Europa" durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise nachhaltig gefährdet. "Nicht nur die Währungsunion steckt in der Krise, sondern Europa als Ganzes", schreibt Thissen in einem Beitrag für das "Hamburger Abendblatt". Vor einigen Tagen hatte sich der Erzbischof bereits kritisch mit der deutschen Entwicklungshilfepolitik auseinandergesetzt.

Die Freude am europäischen Einigungsprozess scheine einer Nüchternheit oder gar Resignation gewichen zu sein, so Thissen nun. Es werde immer schwerer, die Bürger für den Wert der europäischen Zusammenarbeit zu gewinnen. "Daran sind Politiker in Berlin, Athen, Brüssel und anderswo nicht unschuldig, wenn sie kurzfristige Interessen der langfristigen Vision vorziehen", so der Erzbischof.

Wenn weite Teile der Bevölkerung den Eindruck hätten, dass die von ihnen gewählten Parlamentarier nicht mehr das Heft in der Hand halten, nähre dies Verdrossenheit, warnte Thissen. "Populistische und nationalistische Stimmen haben es in einer solchen Situation leicht, Ressentiments zu schüren."

"Europa lohnt sich"
Thissen forderte, gegen diese Stimmung der Resignation anzugehen. "Europa lohnt sich. Ich meine damit nicht vorrangig die Hilfsgelder, die viele Fortschritte zwischen Lissabon und Turku auf den Weg gebracht haben. Ich meine damit vielmehr die Hoffnung, die Menschen aus verschiedenen Nationen dazu bewegt, sich gemeinsam für ein Projekt der Freiheit, der Demokratie und der Versöhnung einzusetzen." Europa stehe seit seiner Geburt aus den "Schrecken und Trümmern des Zweiten Weltkriegs" für die Hoffnung auf Frieden und Völkerverständigung, Freiheit und Gerechtigkeit entgegen nationalistischer Ideologien und Feindschaften der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so der Erzbischof.

Die europäische Einigung mache auf beeindruckende Weise deutlich, dass politisches Handeln etwas von großem Wert schaffen kann, wenn es von einer weitergehenden Hoffnung und Vision angeleitet wird. "Diese Hoffnung und Vision dürfen wir angesichts der derzeitigen Krise nicht aus den Augen verlieren", schreibt Thissen.

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