24.07.2011

Würzburger Dom schließt für längere Zeit Klar Schiff im Gotteshaus

Es war das furiose Finale vor einer längeren Auszeit. Der Abschlussgottesdienst zum "Pueri Cantores"-Festival war eine der letzten großen Messen im Würzburger Kiliansdom. Eine Woche danach schließt die Kathedrale - für die nächsten 16 Monate.

Das im Krieg zerstörte und 1967 wieder aufgebaute Gotteshaus wird innen komplett saniert. Die Tür öffnet sich erst wieder, passend zum Kirchenjahr, am 1. Advent 2012. Hunderte Meter Kabel für eine neue Elektroinstallation werden verlegt, auch Heizung und Boden müssen ausgetauscht werden. Vor allem aber bekommt der Innenraum des Doms eine neue Farbe. Heller soll er werden, sagt der Kunstreferent der Diözese, Jürgen Lenssen. Angestrebt wird ein einheitliches Erscheinungsbild, das nicht mehr zwischen den verschiedenen romanischen und barocken Teilen des Gotteshauses unterscheidet. Dazu wird eine Fläche von drei Fußballfeldern eingerüstet.

Komplex sind die Fragen rund um die Finanzierung, die sich Staat und Kirche zu teilen haben. Wer welchen Meter Sanierung zahlt, ist aber gar nicht so leicht zu bestimmen. Die barocke Ausgestaltung zählt nicht zur Baulast, außer jene Stukkaturen, die von barocken Flächen eingefasst und direkt auf den Mauern aufgebracht sind. Der diözesane Kunstreferent Jürgen Lenssen wünscht jedenfalls schon jenem Menschen viel Spaß, der dies dann erfassen muss. "Wir reden hier von jedem Rähmchen", witzelt er. "Vielleicht bekommen wir dann wie bei Stift Haug eine Nachforderung von 175 Euro."

Millionenkosten
3,2 Millionen Euro veranschlagen Bistum und Staat gemeinsam. 2,2 Millionen davon trägt die Diözese. Der Staat zahle allein für den Erhalt, für alle liturgischen Veränderungen komme das Bistum auf, betont Lenssen mit Blick auf die Debatte um die Kirchenfinanzierung und bringt ein Beispiel: Das Kabel zum Lautsprecher gehe nicht zu Lasten der Diözese, die Lautsprecheranlage aber schon.

Klarer, auf den Bischof hin ausgerichtet soll das Hauptschiff werden. Die steinerne Kathedra wird in den Dom zurückkehren. Unnötige Verzierungen, wie sie bei vorigen Renovierungen hinzukamen - die letzte 1987 und 1988 - verschwinden, etwa Gesimse an den Säulen des Mittelschiffs. Der Umbau ist Lenssens bisher größtes Projekt. Zurück zum Charakter nach dem Wiederaufbau von 1967 wolle er, getreu "dem Erbe von Hans Schädel", seinem berühmten Vorgänger und Kirchenarchitekten.

Traditionell: Streit
Doch neben solchen ästhetischen Feinheiten sieht der Domkapitular vor allem auch einen liturgischen Aspekt in den anstehenden Veränderungen. Außer für die eucharistische Versammlung soll der Dom mehr als bisher der Frömmigkeit des Einzelnen Raum geben. Die kleinen Kapellen innerhalb der Kathedrale würden gerne aufgesucht, erklärt Dompropst Weihbischof Ulrich Boom. Dies sei in den Jahren zuvor allzu oft vergessen worden.

Die Neugestaltung von Kirchen sorgt in Würzburg fast traditionell für Streit. Das war schon so, als der Dom in den 1950er und 1960er Jahren wiederaufgebaut wurde. Als seine Außenfassade vor einigen Jahren einen neuen Anstrich erhielt, ging es wieder los. Er müsse die Journalisten in dieser Hinsicht enttäuschen, sagt Lenssen diesmal. Kirche, Staat und Denkmalschutz seien in vielen Fragen nicht ganz so weit auseinander, wie es mancher glaube. Dann schickt er aber noch eine Frotzelei hinterher. Das Fehlen der Proteste mache schon stutzig: "Wenn sie nicht kommen, muss man sich fragen, was man falsch gemacht hat."

Christian Wölfel

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