09.05.2011

Nachrichtenarchiv 09.05.2011 12:13 Kirchenhistoriker Erwin Gatz gestorben

Erwin Gatz, katholischer Kirchenhistoriker und langjähriger Rektor am Campo Santo Teutonico in Rom, ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren gestorben. Wie am Montag in Rom bekanntwurde, erlitt er bei einem Ausflug ins niederländischen Mergelland einen Herzstillstand und starb im Krankenhaus von Maastricht. Seit seiner Pensionierung im Dezember lebte Gatz in seiner Heimatstadt Aachen. Gatz leitete von 1975 bis 2010 über 35 Jahre das deutsche Priesterkolleg und dessen Erzbruderschaft am Campo Santo neben dem Petersdom. Zudem war er Präsident der römischen Sektion der Görres-Gesellschaft. Gatz, der in Rom viele Jahre als Dozent an der Gregoriana-Universität für Kirchengeschichte tätig war, veröffentlichte zahlreiche kirchenhistorische Standardwerke. Darunter ist das fünfbändige Bischofslexikon, das die Bischöfe, Weihbischöfe und Generalvikare des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation von 1198 bis 1803 und der deutschsprachigen Länder von 1785/1803 bis 2001 erfasst. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte Gatz am Montag in Bonn als einen Wissenschaftler, der die kirchenhistorische Forschung in Deutschland wesentlich vorangebracht habe. Er sei zudem "die Seele" des deutschen Priesterkollegs am Campo Santo gewesen und habe sich besonders um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unter Priestern verdient gemacht. Für die Görres-Gesellschaft sei er ein unverzichtbarer Ratgeber und Förderer gewesen.