21.04.2011

Regensburger Bischof erneuert Kritik an Theologen-Papier Keine "Marketingagentur für spirituelle Wellness"

Bischof Müller hat seine Kritik an dem Theologenmemorandum erneuert. Über Kirche könne man nicht zuerst soziologisch, politisch oder pragmatisch reden", betonte der Bischof. "Sie ist keine Marketingagentur für religiöse Freizeitangebote, spirituelle Wellness und praktische Lebenshilfe."

Müller warf den Initiatoren des Reformpapiers ein falsches Kirchenverständnis vor. Im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstag) sagte er, es sei Aufgabe der Bischöfe, für die "Unverfälschtheit und Integrität der Glaubenslehre" zu sorgen. "Deshalb werden sie sich mit der Stellung der theologischen Ausbildungsstätten und der Kirchlichkeit der Theologie befassen müssen."

"Mangelnde Kirchlichkeit"
Auf die Frage, ob das auch Sanktionen gegen die Unterzeichner des Memorandums zur Folge haben könnte, antwortete Müller: "Nicht zuerst. Aber es kann nicht hingenommen werden, wenn die zukünftigen Priester und Religionslehrer sich eine mangelnde Kirchlichkeit gefallen lassen müssen."

In ihrem Anfang Februar veröffentlichten Memorandum "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch" plädieren mehr als 300 katholische Theologieprofessoren zumeist aus dem deutschen Sprachraum unter anderem für mehr Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung von Amtsträgern, die Priesterweihe auch von Verheirateten, und mehr Respekt vor individuellen Lebensentscheidungen. Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften oder wiederverheiratete Geschiedene dürften nicht einfach ausgeschlossen werden, heißt es dort.

Bischof Müller: Reines Polarisieren bringt nichts
Bei der von den Bischöfen selbst angestoßenen Debatte über die Zukunft der Kirche in Deutschland hält Müller nach eigenem Bekunden wenig von Gesprächspartnern, "die ständig von Reformstau reden und apokalyptische Untergangsszenarien beschwören für den Fall, dass sich die Kirche nicht dem Zeitgeist anpasst". Auf jeden Fall sei der Plan derjenigen zu durchkreuzen, die lediglich polarisieren wollten.

"Nur wer die Offenbarung voll anerkennt, die Glaubenslehre und die Autorität des von Christus eingesetzten Lehramtes als Kriterium annimmt, kann sich katholisch nennen und am Gespräch über Martyria, Leiturgia und Diakonia teilnehmen, das wir Bischöfe führen wollen."

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