St. Anna im Kölner Stadtteil Neu-Ehrenfeld
St. Anna im Kölner Stadtteil Neu-Ehrenfeld

22.03.2011

Kölner sammeln für neue Glocke Ein Stück Westfalen in Neu-Ehrenfeld

Der mächtige Kirchturm von St. Anna im Kölner Stadtteil Neu-Ehrenfeld soll akustische Verstärkung bekommen: Hans Fey, Mitglied im Kirchenvorstand und Puppenspieler am Hänneschen-Theater, sammelt für eine neue große Glocke, die dem Sel. Papst Johannes XXIII. geweiht sein soll.

"Mitten in Neu-Ehrenfeld findet man ein Stück Westfalen", so beginnt die Beschreibung von St. Anna im Buch Kirchen in Köln. Der Turm der 1907-1908 nach Plänen von Adolf Nöcker errichteten neuromanischen Basilika soll den des Paderborner Domes zum Vorbild gehabt haben. Dieser blieb als einziger Bauteil erhalten, während das Kirchenschiff nach Kriegszerstörungen durch Dominikus und Gottfried Böhm völlig neu wiedererrichtet und 1956 fertiggestellt wurde. Nach und nach wurde die moderne Ausstattung der Kirche vervollständigt. Was jedoch bislang ein Torso blieb, ist das dreistimmige Geläut von St. Anna.

Geläut bis zum Krieg immer vierstimmig
Bereits im Jahr ihrer Weihe 1908 erhielt die Kirche ein mächtiges vierstimmiges Geläut der Firma Otto in Hemelingen (heute ein Stadtteil von Bremen). Doch bereits im Ersten Weltkrieg mussten alle bis auf die kleinste Glocke zu Rüstungszwecken abgeliefert werden. Nach dessen unrühmlichem Ende schloss dieselbe Gießerei die Lücken, veränderte dabei aber die Disposition - also die Anreihung der Tonfolge. Die größte Glocke wog aber immerhin auch noch 2,8 Tonnen. Doch bereits 1942 forderte der Zweite Weltkrieg erneut die Abgabe von Glocken und allem Material, das das begehrte Zinn enthält. Auch Orgelpfeifen waren damals heiß begehrt. Zurück blieb allein die Glocke von 1908.

Bronzene Leichtgewichte
Zwei Jahre nach der Fertigstellung der neuen Kirche durch die Architekten Böhm ging man auch daran, neue Glocken zu gießen. Die Firma Petit & Gebr. Edelbrock aus dem westfälischen Gescher, die in dieser Zeit die meisten Kirchen im Erzbistum Köln belieferte, goss zwei Instrumente hinzu, eine kleinere und eine größere Glocke. Nachdem schließlich die alte Glocke durch einen Sprung unbrauchbar wurde, ersetzte dieselbe Gießerei 1974 auch diese Glocke. Im Vergleich zum Vorkriegsgeläut sind die neuen Glocken regelrechte Leichtgewichte. Die größte von ihnen, der Gottesmutter Maria geweiht, bringt lediglich 1,1 Tonnen auf die Waage.

Im Namen des Sel. Papstes Johannes XXIII.
Für Hans Fey, Mitglied im Kirchenvorstand von St. Anna und Puppenspieler am Hänneschen-Theater, sind diese drei Glocken für den mächtigen Kirchturm zu wenig. Er wünscht sich zumindest eine große Glocke hinzu, die den Namen des Sel. Papstes Johannes XXIII. tragen soll. Hierfür sammelt Fey schon eifrig und hat auch schon einige Euro locker machen können. Doch bis das Geld für den "großen Brummer" von St. Anna vollständig ist, wird es noch ein Weilchen dauern. Fey ist aber zuversichtlich, dass zum 50-jährigen Jubiläum der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils im kommenden Jahr das Geläut von St. Anna wieder vierstimmig ist.

Jan Hendrik Stens

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