22.03.2011

Die Bundesregierung überlässt die Atomdebatte einer Kommission "Rat der Weisen"

Nun soll es ein "Rat der Weisen" richten – oder zumindest besprechen: Bundeskanzlerin Angela Merkel richtet eine Ethikkommission ein. Der Auftrag: die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Fragen der Atomtechnologie. Die Namen des Gremiums stehen schon fest, unter ihnen sind auch auch Kirchenvertreter.

Das Beratergremium mit Persönlichkeiten aus Politik, Kirchen, Wirtschaft, Forschung und Philosophie solle unter anderem die Frage erörtern, wie ein Ausstieg aus dem Atomzeitalter mit Augenmaß vollzogen werden könne, sagte Merkel am Dienstag (22.03.2011) im Kanzleramt nach einem mit dem Bundesumwelt-, dem Bundeswirtschaftsminister sowie Ministerpräsidenten zur Nutzung der Kernenergie.

Vorsitzende der neuen Kommission sollen der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) und der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, werden. Zu den weiteren Gremienmitgliedern zählen unter anderen der badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer, der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, der Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken, Alois Glück, (alle drei forderten zuletzt einen zügigen Ausstieg aus der Atomenergie), der Soziologe Ulrich Beck und der frühere Bundesbildungsminister Klaus von Dohnanyi (SPD). (ALLE MITGLIEDER) Insgesamt nannte Merkel 14 Namen. Der Kanzlerin zufolge könnte die Ethikkommission noch um bis zu drei Personen ergänzt werden.

"Breitere und transparentere Grundlage"
Merkel erläuterte, die Gruppe solle "im Lichte technischer Ergebnisse" gesellschaftliche Bewertungen diskutieren. Das Gremium arbeite eng mit der Reaktorsicherheitskommission zusammen. Diese überprüft derzeit im Auftrag des Bundesumweltministeriums die Sicherheitsstandards deutscher Atomkraftwerke angesichts der Ereignisse in Japan. Die politischen Schlussfolgerungen bis hin zu gesetzgeberischen Maßnahmen müsse dann die Politik ziehen, sagte die Kanzlerin. Mit Hilfe der Kommission und weiterer gesellschaftlicher Debatten würden die Entscheidungen auf eine "breitere und transparentere Grundlage" gestellt.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte, die Kommission sei auch Ausdruck dafür, dass Sicherheit nicht ausrechenbar sei, sondern am Ende der Wertung durch Politik und Gesellschaft unterliege.

Reaktorsicherheitskommission bleibt
Die Arbeit des Gremiums soll inhaltlich von den Aufgaben der Reaktorsicherheitskommission getrennt werden, in der unter Aufsicht des Umweltministeriums Experten die Sicherheit der deutschen Atommeiler überprüfen. Das 16-köpfige Expertengremium überprüft derzeit im Auftrag des Bundesumweltministeriums die Sicherheitsstandards angesichts der Ereignisse in Japan. Kritiker monieren die Nähe vieler Kommissionsmitglieder zur Atomwirtschaft.

Für den 15. April kündigte Merkel zudem ein weiteres Treffen mit den Ministerpräsidenten aller Länder an. Dann solle über einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien, über Stromnetze und eine verbesserte Energieeffizienz gesprochen werden.

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 23.10.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Raubbau an der Schöpfung und Respekt für Indigene: Deutscher Pfarrer in Kolumbien
  • Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu Antisemitismus in Deutschland
  • Katholischer Wald und Klimawandel: „Da muss dringend was passieren!“
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trump unter Druck: Hielt der US-Präsident Militärhilfe für die Ukraine zurück?
  • IGFM: Verletzung der Menschenrechte von Kurden, Christen und Jesiden durch die Türkei
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trump unter Druck: Hielt der US-Präsident Militärhilfe für die Ukraine zurück?
  • IGFM: Verletzung der Menschenrechte von Kurden, Christen und Jesiden durch die Türkei
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff