12.03.2011

Am Tag nach der Katastrophe bangt die Welt mit Japan Entsetzen und Solidarität

Das ganze Ausmaß der Naturkatastrophe von Japan wird immer deutlicher: Hunderte Tote, Chaos vielerorts, Nachbeben halten das Land in Atem - und jetzt auch noch die Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1. Politiker und Kirchenvertreter weltweit bekunden ihre Solidarität. Hilfswerke wie Caritas international stellen Soforthilfe zur Verfügung und rufen zu Spenden auf.

In dem von einem schweren Erdbeben und Tsunamiwellen getroffenen Japan sind am Samstag die ersten internationalen Helfer aus dem Ausland eingetroffen, darunter vier Experten des Technischen Hilfswerks (THW). Etwa 40 weitere Mitarbeiter sollen folgen. Das Bundesumweltministerium wollte einem Bericht der "Rheinischen Post" (online) zufolge noch am Samstag einen Experten für Reaktorsicherheit nach Japan schicken.

Insgesamt 45 Länder haben der japanischen Regierung ihre Unterstützung angeboten. Zugleich bat das Land selbst um internationale Such- und Rettungstrupps, wie eine Sprecherin des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Einsätze (OCHA) bereits am Freitag in Genf erklärte.

Caritas international ruft zu Spenden für die Opfer des Tsunami auf. Mit den Spenden werden zunächst Soforthilfen der japanischen Caritas unterstützt.

Spenden unter dem Stichwort "Tsunami" an
Caritas international Freiburg
Spendenkonto 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00

Fast 10.000 Tote?
Die USA schicken nach eigenen Angaben rund 140 Katastrophenhelfer nach Japan und stellen zusätzlich rund 75 Tonnen an Materialien bereit. Die in Japan ohnehin stationierten US-Truppen hatten bereits gemeinsam mit Rettungseinheiten der japanischen Armee begonnen, Erdbebenopfern zu helfen.

Auch Neuseeland, das erst vor drei Wochen ein verheerendes Beben erlebt hat, will sich an der internationalen Hilfe beteiligen und sendet ein Team mit 48 Rettungskräften nach Japan. Die Japaner hatten Neuseeland nach dem Erdbeben in Christchurch am 22. Februar ebenfalls mit Such- und Bergungsmannschaften unterstützt.

Das schwere Erdbeben in Japan vom Freitag Nachmittag Ortszeit hatte eine Stärke von 8,9 auf der Richterskala. Über die genaue Anzahl der Opfer ist derzeit wenig bekannt, es ist zu befürchten, dass die Zahl der Toten in die Tausende gehen könnte. Allein in einer Stadt in der Präfektur Miyagi im verwüsteten Nordosten des Landes gelten laut japanischer Nachrichtenagenturen 9.500 Menschen als vermisst.

Die Bundesregierung beorderte ein 40-köpfiges Rettungsteam des Technischen Hilfswerks zur Ortung und Rettung von Tsunamiopfern. Das berichtet die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" am Samstag (12.03.2011). Auf Anforderung des Auswärtigen Amts und des Innenministeriums werde eine Gruppe der "Schnelleinsatzeinheit-Bergung-Ausland" nach Japan geschickt. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) kündigte rasche Hilfen für weitere betroffene Länder an, sollten diese ein Gesuch an das Ministerium richten.

Kirche bekundet Solidarität
Benedikt XVI. bekundete den Opfern des verheerenden Erdbebens sein Beileid bekundet. Der Papst sei tief betrübt über die tragischen Folgen der Naturkatastrophe sowie der dadurch ausgelösten Tsunamis an der Nordostküste des Landes, heißt es in einem am Freitag vom Vatikan veröffentlichten Telegramm an den Vorsitzenden der Japanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Leo Jun Ikenaga.

Auch die Deutsche Bischofskonferenz sprach den Opfern des Erdbebens und des Tsunamis ihr Mitgefühl und ihre Solidarität aus. Bundespräsident Wulff betonte, Deutschland stehe "in dieser schwierigen Zeit an Ihrer Seite." Bundestagspräsident Norbert Lammert schrieb seinem japanischen Amtskollegen Takahiro Yokomichi: "Das Ausmaß der Verheerungen erschüttert uns alle".

Angst vor der nuklearen Katastrophe
Nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan sind die von Nuklearanlagen ausgehenden Risiken offenbar gravierender als bisher bekannt. Sowohl im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi als auch in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho gibt es Probleme mit der Kühlung der atomaren Brennstäbe.

Die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA (Nuclear and Industrial Safety Agency) bestätigte am Freitag auf Anfrage der Nachichtenagentur dapd, dass der Kühlwasserspiegel in dem 250 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen AKW Fukushima Daiichi sinkt. Der Grund sei nach Angaben eines Mitarbeiters, dass die Wasserzufuhr zum Reaktor unterbrochen ist. Dem Betreiberunternehmen TEPCO (Tokyo Electric Power Company) sei es bisher nicht gelungen, die Stromversorgung für das Kühlwassersystem wieder herzustellen.

Debatte über Atomkraft
Unterdessen entbrannte in Deutschland erneut eine Debatte über die Kernenergie. "Die Zustände in den Atomkraftwerken in Japan nach dem Erdbeben und dem Tsunami zeigen einmal mehr, dass Atomkraftwerke niemals wirklich sicher sind", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach. Die Sicherheitsversprechen der Bundesregierung seien "Augenwischerei".

Die Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin äußerten "die Befürchtung, dass die Sicherheit von Atomreaktoren in Japan durch das Beben beeinträchtigt worden sein könnte". Die Linke-Energieexpertin Dorothée Menzner nannte den vom japanischen Regierungschef Kan ausgerufenen Atomalarm "zutiefst beunruhigend". Diese Probleme führten "erneut auf dramatische Weise vor Augen, welche unbeherrschbaren Gefahren die Atomkraft birgt."

Das Bundesumweltministerium suchte die Wogen zu glätten: Die deutschen Kernkraftwerke seien "gegen die bei uns zu erwartenden Erbeben" ausgelegt. "Die Anlagen werden bei Überschreiten bestimmter sicherheitsrelevanter Grenzwerte automatisch abgeschaltet", sagte ein Sprecher in Berlin.

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