30.01.2011

Mehrere tausend Wuppertaler haben gegen rechten Aufmarsch demonstriert Gewalt nach Kundgebung

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Wuppertal gegen Aufmarsch von Rechtsextremen demonstriert. Nach Veranstalterangaben nahmen rund 3.000 Menschen an der Demonstration im Stadtteil Elberfeld teil, die Polizei sprach von rund 2.500 Teilnehmern. Nach der Kundgebung sei es zu Gewalt zwischen linken und rechten Demonstranten gekommen, erklärte die Polizei am Samstagabend.

Dabei seien auch Polizeibeamte angegriffen worden, 14 seien verletzt worden. An dem Demonstrationszug des rechtsextremen Spektrums nahmen nach Polizeiangaben rund 200 Menschen teil.

Insgesamt wurden 140 Menschen nach Polizeiangaben in Gewahrsam genommen, 21 vorläufig festgenommen. Es seien Strafverfahren unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen die Polizei eingeleitet worden. Rund hundert Angehörige des linken Spektrums hätten zudem Bahngleise besetzt, um die Anreise von Versammlungsteilnehmern des rechten Spektrums zu verhindern. Die Bemühungen von Polizei und zahlreichen Gruppen für einen friedlichen Protest seien durch gezielte Provokationen und Angriffe immer wieder gestört worden, beklagte die Polizei.

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) hatte sich auf der Kundgebung am Vormittag für ein Verbot der NPD ausgesprochen. Zugleich räumte er ein, dass es "mit dem Verbot allein nicht getan" sei. Die junge Generation müsse verstärkt über die Gräuel im Hitler-Deutschland aufgeklärt werden. Er plädierte er für "eine Renaissance der Gedenkstättenfahrten" von Schulklassen. Wer einmal an der Vernichtungsstätte in Auschwitz war, der sei "stark gefeit" gegen die Verleugnungs- und Verharmlosungssprüche aus dem rechtsradikalen Lager, sagte Schneider.

Zu der Aktion zwei Tage nach dem bundesweiten Holocaust-Gedenktag hatte ein breites Bürgerbündnis aufgerufen, dem neben Verbänden, Gewerkschaften und Parteien auch Kirchengemeinden angehörten. Auf Flugblättern und Transparenten warfen die Demonstranten den rechten Gruppierungen "menschenverachtende Propaganda" vor. "Wuppertal ist eine weltoffene und tolerante Stadt" riefen Teilnehmer der Demo.