03.01.2011

Koptische Christen Hintergrund

Der Terroranschlag in der Silvesternacht auf ein Gotteshaus in der ägyptischen Stadt Alexandria richtete sich gegen die Glaubensgemeinschaft der koptischen Christen. Die koptische Kirche ist eine Sonderform der orientalisch-orthodoxen Kirche und zählt weltweit zwischen 15 und 20 Millionen Mitglieder. Die größte Ansammlung von sieben bis neun Millionen Gläubigen befindet sich in Ägypten, die dortigen Kopten sind die größte christliche Gemeinde im Nahen Osten. Der Ursprung der Glaubensrichtung liegt ebenfalls in Ägypten: Als Gründer gilt der Evangelist Markus, im ersten Jahrhundert nach Christus war er Bischof in der Hafenstadt Alexandria.

Zur Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche führte das Konzil von Chalkedon im Jahr 451, auf dem sich die geistlichen Vertreter der verschiedenen Glaubensrichtungen nicht auf ein einheitliches Bekenntnis bezüglich der Natur Jesu einigen konnten. Seitdem vertreten die Anhänger der koptischen Kirche die von anderen Glaubensrichtungen abgelehnte Auffassung, dass die göttliche und menschliche Natur miteinander verbunden und in einer einzigen Natur vereint seien.

Oberhaupt der koptischen Kirche ist seit 1971 Papst Schenuda III., seine genaue Bezeichnung lautet "Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles des Heiligen Markus". Sein höchster Stellvertreter in Deutschland ist der Bischof Anba Damian. Dem Bundesinnenministerium zufolge leben etwa 6.000 koptische Christen in Deutschland.

Im Unterschied zu anderen orthodoxen und orientalischen christlichen Glaubensformen betreibt die koptische Kirche aktiv Jugendarbeit und soziale Dienste.