03.10.2010

Kirchen gedenken am 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung „Der Kraft Gottes hält keine Mauer stand“

Zum Jahrestag der Wiedervereinigung haben die Kirchen die Erfolge der vergangenen 20 Jahre hervorgehoben. Beim zentralen Gedenkgottesdienst in Bremen warnten sie zugleich vor der Gefahr der erneuten Trennung Deutschlands in Arm und Reich. In Dresden erinnerte der Kölner Generalvikar, Dominik Schwaderlapp, an die Zeit der Wende und die Rolle von Papst Johannes Paul II.

Durch seinen starken Glauben habe er "Mauern zum Einsturz gebracht", sagte Schwaderlapp am Sonntag in Dresden. In einem Festgottesdienst zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit hob er auch den Beitrag der Christen in der DDR hervor.

"Sie haben in einer glaubensfeindlichen Umwelt am Glauben festgehalten und mussten Nachteile in Kauf nehmen. Wir im Westen hatten es da viel leichter", sagte der Generalvikar. Er bekundete seinen großen Respekt für "dieses Zeugnis von Ausdauer und Glaubensfestigkeit".

Das Erzbistum Köln und das Bistum Dresden-Meißen verbindet seit der Zeit der DDR eine Partnerschaft.
Als Generalvikar ist Schwaderlapp Stellvertreter von Kardinal Joachim Meisner in der Verwaltung des Erzbistums Köln.

Gedenkgottesdienst in Bremen
Der soziale Ausgleich zwischen Arm und Reich ist nach Auffassung der beiden großen Kirchen unverzichtbar für die Einheit in Deutschland. "Einheit und Gerechtigkeit gehören zusammen", sagte der Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, am Sonntag im zentralen ökumenischen Gedenkgottesdienst in Bremen zum 20. Jahrestag der Deutschen. Brahms sagte, die Grenze stehe heute nicht mehr zwischen Ost und West. "Die Mauer, die Arm und Reich heute trennt, verläuft genauso zwischen Nord und Süd, zwischen einzelnen Kommunen und Stadtteilen." Vielerorts sei eine wachsende soziale Spaltung spürbar. "Wo Gerechtigkeit fehlt, ist die Einheit gefährdet", mahnte der Theologe.

Osnabrücks katholischer Bischof Franz-Josef Bode verwies auf Schwierigkeiten im Einheitsprozess. Dieser habe unter Vorurteilen, Profitgier, der Herrschaft des Marktes und undurchsichtigen Machenschaften gelitten. Doch die Wende habe hundertfach Früchte gebracht, die ohne Zweifel das Misslungene aufwiegen, unterstrich Bode. Um die Einheit voranzubringen, sei solidarischer Einsatz nötig: "Dann werden Menschen aller Generationen eine gesegnete Zukunft ernten."

Wulff ruft Deutsche zu neuem Zusammenhalt auf
Bundespräsident Christian Wulff hat die Deutschen aufgerufen, 20 Jahre nach der Einheit neuen Zusammenhalt zu finden.
Aufgabe der Deutschen Einheit sei es heute, Vielfalt zu schätzen und Risse in der Gesellschaft zu schließen, sagte Wulff in seiner ersten programmatischen Rede bei der zentralen Einheitsfeier am Sonntag in Bremen.

Der Ruf der Einheit "Wir sind ein Volk!" müsse heute eine Einladung an alle sein, die hier lebten. Zugehörigkeit dürfe nicht auf einen Pass, eine Familiengeschichte oder einen Glauben verengt werden. Deutschland müsse Verschiedenheit aushalten und sie auch wollen.

"Schier unglaubliches Ereignis"
Die beiden großen Kirchen bezeichneten im Vorfeld die Überwindung der deutschen Teilung vor 20 Jahren als "schier unglaubliches" Ereignis. Die Deutschen könnten stolz darauf sein, was in den vergangenen 20 Jahren gemeinsam an Aufbauleistung in den neuen Ländern erreicht worden sei, erklärten der amtierende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch.

Das Zusammenwachsen der Deutschen - gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich, aber auch kulturell - bleibe indes eine Aufgabe, die noch weit in die Zukunft hineinreiche, fügten Schneider und Zollitsch hinzu.

Michael Borgers

Adventskalender

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 15.12.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Kulturgeschichte des Schlafes
  • Die besondere Weihnachtsvigil in Köln-Sülz
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Kulturgeschichte des Schlafes
  • Die besondere Weihnachtsvigil in Köln-Sülz
12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…